Aktuelle Entwicklung und Ausblick zur Geldpolitik

Unsere Einschätzung in Kürze

  • In den USA wartet die US-Notenbank vorerst weiter ab und will beobachten, ob und welche Effekte von der neuen US-Regierung ausgehen
  • Die Fed spricht derzeit von zwei bis drei Leitzinserhöhungen in diesem Jahr
  • Allmählich kommen Diskussionen über eine Bilanzverkürzung auf. Dazu überlegt die Fed, Fälligkeiten und Zinsen aus dem damaligen Ankaufprogramm nicht mehr zu reinvestieren
  • Auch die EZB zeigte sich zuletzt abwartend. Mittelfristig dürfte die Tapering-Debatte wieder aufkommen
  • In Summe bleibt die internationale Geldpolitik mehrheitlich expansiv

Fed überlegt Bilanzverkürzung

Fed-Notenbankbilanz in Billionen US-Dollar

Fed überlegt Bilanzverkürzung

Quelle: Bloomberg, Datastream. Stand: 1. Februar 2017.

Aktuelle Entwicklung

Die EZB-Sitzung im Januar brachte dem Markt kaum neue Erkenntnisse. EZB-Präsident Draghi übermittelte in der Pressekonferenz die Zufriedenheit des Rates über die Implementierung der im Dezember angekündigten Veränderungen des Ankaufprogramms. Den verbesserten Wachstums- und Inflationsausblick in der Eurozone führte die EZB im Wesentlichen auf die expansive Geldpolitik zurück. Der jüngste Anstieg der Headline-Inflationsrate beruhe maßgeblich auf Basiseffekten durch den erhöhten Ölpreis. Darüber hinaus gebe es aber keinen sichtbaren Inflationsdruck in der Eurozone, die EZB wird daher ihren Kurs niedriger Zinsen zur Schaffung von Wirtschaftswachstum weiter beibehalten. Zudem überwiegen nach wie vor die Abwärtsrisiken für das Wachstum, welches aufgrund fehlender Strukturreformen gedämpft sei. Draghi unterstrich daher, dass die EZB gegebenenfalls das Ankaufprogramm wieder ausweiten könne, sollten sich die Perspektiven abermals eintrüben.

*Mit den Pfeilen wird ein positiver, neutraler oder negativer Ausblick für die kommenden Wochen des jeweiligen Indikators oder Index angezeigt.

Quelle: Datastream, Bloomberg. Stand 31. Januar 2017. *Mit den Pfeilen wird ein positiver, neutraler oder negativer Ausblick für die kommenden Wochen des jeweiligen Indikators oder Index angezeigt.

Ausblick

Die US-Notenbank dürfte die Lage zunächst weiter beobachten und deshalb eine abwartende Haltung einnehmen. Die Mehrheit der Marktteilnehmer rechnet erst im Juni mit einem Zinsschritt. Im Rahmen ihrer restriktiveren Geldpolitik wird jedoch nicht nur über Leitzinsänderungen nachgedacht. Seit dem Ende ihres Ankaufprogramms hält die Notenbank ihre Bilanz konstant. Dazu werden Fälligkeiten und Zinsen reinvestiert, was auf diese Weise die Nachfrage nach Staatstiteln stützt. Nun gibt es erste Überlegungen, diese Käufe einzustellen. Das dürfte den Trend zu höheren Renditen mittelfristig eher noch weiter befeuern.

Die EZB bewegt sich derzeit wieder in etwas ruhigerem Fahrwasser. Leitzinserhöhungen sind nicht in Sicht. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte sollte die Tapering-Debatte wieder aufkommen, wenn die Notenbanker immer mehr an ihre selbstgesteckten Grenzen für die Fortführung des Ankaufprogramms gelangen.

Fed: Yellen stellt drei weitere Zinsschritte in Aussicht

US Fed Funds Target Rate in Prozent
Gelpolitik Zinsschritte 2017

Quelle: Bloomberg, Datastream. Stand: 1. Februar 2017.

 

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 7. Februar 2017, soweit nicht anders angegeben.