Aktuelle Entwicklung und Ausblick zur Geldpolitik

Geldpolitik: Notenbanken begleiten die Konjunkturerholung

Die anhaltend niedrige Inflation öffnet den wichtigsten Notenbanken die notwendigen Spielräume, ihre Geldpolitik auf das Begleiten der wirtschaftlichen Erholung auszurichten. Die US-Notenbank Fed hat diesen Strategiewechsel bereits beschlossen und wird künftig das Zinsniveau so lange als angemessen betrachten, bis Vollbeschäftigung erreicht ist. Zusätzlich muss die Inflation nicht nur 2 Prozent betragen, sondern auch auf dem Weg zu einer moderaten Zielüberschreitung sein.

Eine restriktive Geldpolitik ist damit auf Sicht der kommenden Jahre weder jenseits noch diesseits des Atlantiks zu erwarten. Sowohl die Fed als auch die Europäische Zentralbank (EZB) werden die Zinsen langfristig niedrighalten und mit quantitativen Maßnahmen den Finanzsektor und die Kapitalmärkte unterstützen. Aus den Preisen für bestimmte Derivate lässt sich die Leitzinserwartung der Marktteilnehmer in der Zukunft ablesen: Für die kommenden Jahre wird keine Erhöhung des Leitsatzes eingepreist, was zeigt, wie gut die aktuelle Notenbankpolitik im Markt verankert ist.

Damit verstärken sie den strukturellen Renditeverfall, sodass die Realzinsen tendenziell eher noch weiter sinken sollten. Weiter steigende Corona-Infektionszahlen würden den Druck auf die Währungshüter erhöhen. In den USA könnte dann das Ankaufprogramm (Quantitative Easing, QE) erhöht werden. Dies würde auch die EZB unter Druck setzen, denn eine noch lockerere Geldpolitik in den USA dürfte den USDollar weiter schwächen und die Gemeinschaftswährung im Gegenzug aufwerten lassen.

Notenbanken fluten die Märkte mit Liquidität

Massive Ausweitung der Notenbankbilanzen
Notenbanken fluten die Märkte mit Liquidität
Quelle: Bloomberg. Stand: 21. Oktober 2020.

 

Stand aller Informationen und Darstellungen:
26. Oktober 2020, soweit nicht anders angegeben.