Aktuelle Entwicklung und Ausblick zur Geldpolitik

Geldpolitik: Fed wird Tapering im November ankündigen

Die Notenbanken sind bestrebt, zum Normalmodus zurückzukehren, auch wenn der Weg bis zur ersten Zinserhöhung vielerorts noch weit ist. Mit Blick auf die Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich unsere Einschätzung kaum verändert. Die Tapering-Ankündigung der Fed im November scheint inzwischen ausgemacht. Ein Ende des Taperings zur Jahresmitte 2022 dürfte den Weg für einen Zinsschritt Anfang 2023 freimachen. Auch dass die EZB im Dezember das Ende des Notfallankaufprogramms beschließen wird, ist absehbar. Wir gehen unverändert davon aus, dass im Sinne eines geschmeidigen Übergangs die Käufe in anderen Programmen zeitlich begrenzt etwas erhöht werden. Ein Zinsschritt liegt jedoch unverändert in weiter Ferne.

Dies gilt hingegen immer weniger für die Bank of England, die sich zuletzt für eine stärker restriktive Geldpolitik aussprach. Entgegen der Markterwartung eines ersten Zinsschritts bei der kommenden Zentralbanksitzung am 4. November rechnen wir aber erst im Februar 2022 mit einer ersten Leitzinserhöhung in Großbritannien.

Auffällig ist, dass viele Marktteilnehmer derzeit deutlich häufiger und auch früher Zinserhöhungen seitens der Notenbanken einpreisen, als es die Währungshüter selbst tun. Damit einher geht die Sorge, die Zentralbanker könnten mit ihren Zinsschritten die Konjunktur abwürgen. Den Treffen
der Notenbanken kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Wir glauben, dass der Markt hier etwas zu weit gegangen ist, und erwarten mögliche Zinsschritte nicht so früh und auch nicht so umfangreich.

Bank of England: Bis März sind zwei Zinserhöhungen eingepreist

Erwarteter Leitzins für die kommenden Sitzungstermine

Bank of England: Bis März sind zwei Zinserhöhungen eingepreist
Quelle: Bloomberg. Stand: 26. Oktober 2021.

 

Stand aller Informationen und Darstellungen:
2. November 2021, soweit nicht anders angegeben.