Für die Risikomanagement-News werden regelmäßig aktuelle Studienergebnisse ausgewertet, die auf der US-Wissenschaftsplattform „Social Science Research Network“ (SSRN) eingestellt sind. Um die kompletten Studien als Download einzusehen, ist eine unverbindliche und kostenlose Anmeldung auf www.ssrn.com erforderlich.

Risikomanagement-News

Aufschlussreicher Rückblick auf Renditen

Ein Team um den Bonner Ökonomen Moritz Schularick hat in jahrelanger Arbeit eine einzigartige Datenbank erstellt, aus der sich für den Zeitraum von 1870 bis 2015 für 16 Industrienationen reale Renditen für sehr unterschiedliche Kapitalanlagen (inklusive Wohneigentum) errechnen lassen. Die Langzeitperspektive auf reale Renditen der wichtigsten Anlageklassen gibt Hinweise auf oft gestellte Fragen wie etwa nach der Gesamtsumme der realen Renditen in der Wirtschaft. Wie steht diese Summe im Verhältnis zu den wirtschaftlichen Wachstumsraten? Fallen Renditen tendenziell in der Langzeitbetrachtung? Und welche Anlageklassen erbrachten in der Langzeitbetrachtung die höchsten Renditen?

Die 12. Risikomanagement-Konferenz als Multimedia-Dokumentation

Erstmals wird über die Risikomanagement-Konferenz von Union Investment ganz papierfrei mit einer umfassenden Multimedia-Dokumentation berichtet. Zu den Höhepunkten der Konferenz, die im November 2017 in Mainz stattfand und bei der geopolitische Risiken im Vordergrund standen, zählten die Reden des renommierten US-Politologen Prof. Francis Fukuyama und des bekannten deutschen Politik- und Kulturwissenschaftlers Prof. Claus Leggewie. Ferner sprach der Nobelpreisträger Prof. Thomas J. Sargent über die Schwierigkeit, mit Ungewissheiten in der Wahrscheinlichkeitsberechnung umzugehen. Jens Wilhelm, Vorstandsmitglied von Union Investment, analysierte die Entwicklungen an den weltweiten Kapitalmärkten. Auch in diesem Jahr wurde bei der nunmehr 12. Risikomanagement-Konferenz eine aktuelle Studie vorgestellt. So berichteten Prof. Alexander Szimayer von der Universität Hamburg und Thomas Bossert, Geschäftsführer von Union Investment, über die Ergebnisse der von Union Investment beauftragten aktuellen Risikomanagement-Studie zum Nutzen derivatebasierter Investmentstrategien.

Derivate verbessern das Risiko-Rendite-Profil

Derivatebasierte Investmentstrategien liefern einen Mehrwert sowohl für die Renditeoptimierung als auch für die Risikominimierung im Asset Management institutioneller Investoren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Union Investment in Zusammenarbeit mit Professor Alexander Szimayer von der Universität Hamburg. Ziel der Untersuchung war es, die Auswirkungen des Derivateeinsatzes auf das Risiko-Rendite-Profil von Portfolios institutioneller Anleger zu überprüfen. Die Studie beleuchtet die Fragestellung sowohl auf theoretischer als auch auf empirischer Ebene. Der Einsatz von Derivaten kann tatsächlich zu einer Reduzierung des Risikos führen. Bei Investmentfonds konnte die risikoadjustierte Rendite um 0,42 Prozent gesteigert werden, bei gleichzeitiger Reduzierung des systematischen Risikos um 13 Prozent. „Grundsätzlich funktioniert die Risikominimierung mittels Derivaten in allen Marktphasen, auch in Krisenzeiten“, stellt Szimayer fest.

Deutsche Investoren sehen weniger Liquiditätsrisiken als ihre europäischen Kollegen

Deutsche Großanleger sind bei der Kapitalanlage deutlich sicherheitsorientierter als andere europäische Investoren. Allerdings spielen Liquiditäts- und Reputationsrisiken für sie eine geringere Rolle. Zu diesem Ergebnis gelangt eine von Union Investment beauftragte Befragung von 205 institutionellen Investoren in Deutschland und sechs weiteren europäischen Ländern. Die Befragung institutioneller Anleger ist fester Bestandteil der seit 2005 durchgeführten Risikomanagementstudie von Union Investment, die auf der Risikomanagement-Konferenz am 7. November in Mainz vorgestellt wird.

Makroökonomische Unsicherheiten und gefährliche Annahmen

Die Entscheidungstheorie beschreibt ein typisches Verhalten von Investoren im Umgang mit Unsicherheiten bei der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten: Ein Entscheider befürchtet, dass die Parameter mehrerer unterschiedlicher strukturierter Wahrscheinlichkeitsmodelle auf längere Sicht in unbekannter Weise so variieren, dass eine probabilistische Aussage unmöglich ist. In der Annahme, dass all diese parametrischen Modelle missverständlich sind, ist er eher bereit, auf alternative unstrukturierte Wahrscheinlichkeitsverteilungen zu vertrauen, was neue Risiken birgt. Dieses Verhalten ist für Thomas J. Sargent (New York University) und Lars Peter Hansen (University of Chicago) die Grundlage, um ein Wettbewerbsgleichgewicht von Unsicherheitspreisen zu konstruieren. Sargent, der 2011 für sein empirisches Modell zur Berechnung der Wirkung wirtschaftspolitischer Maßnahmen den Nobelpreis erhielt, ist Gastredner der Risikomanagement-Konferenz von Union Investment am 7. November 2017.
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