Für die Risikomanagement-News werden regelmäßig aktuelle Studienergebnisse ausgewertet, die auf der US-Wissenschaftsplattform „Social Science Research Network“ (SSRN) eingestellt sind. Um die kompletten Studien als Download einzusehen, ist eine unverbindliche und kostenlose Anmeldung auf www.ssrn.com erforderlich.

Risikomanagement-News

Derivate verbessern das Risiko-Rendite-Profil

Derivatebasierte Investmentstrategien liefern einen Mehrwert sowohl für die Renditeoptimierung als auch für die Risikominimierung im Asset Management institutioneller Investoren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Union Investment in Zusammenarbeit mit Professor Alexander Szimayer von der Universität Hamburg. Ziel der Untersuchung war es, die Auswirkungen des Derivateeinsatzes auf das Risiko-Rendite-Profil von Portfolios institutioneller Anleger zu überprüfen. Die Studie beleuchtet die Fragestellung sowohl auf theoretischer als auch auf empirischer Ebene. Der Einsatz von Derivaten kann tatsächlich zu einer Reduzierung des Risikos führen. Bei Investmentfonds konnte die risikoadjustierte Rendite um 0,42 Prozent gesteigert werden, bei gleichzeitiger Reduzierung des systematischen Risikos um 13 Prozent. „Grundsätzlich funktioniert die Risikominimierung mittels Derivaten in allen Marktphasen, auch in Krisenzeiten“, stellt Szimayer fest.

Deutsche Investoren sehen weniger Liquiditätsrisiken als ihre europäischen Kollegen

Deutsche Großanleger sind bei der Kapitalanlage deutlich sicherheitsorientierter als andere europäische Investoren. Allerdings spielen Liquiditäts- und Reputationsrisiken für sie eine geringere Rolle. Zu diesem Ergebnis gelangt eine von Union Investment beauftragte Befragung von 205 institutionellen Investoren in Deutschland und sechs weiteren europäischen Ländern. Die Befragung institutioneller Anleger ist fester Bestandteil der seit 2005 durchgeführten Risikomanagementstudie von Union Investment, die auf der Risikomanagement-Konferenz am 7. November in Mainz vorgestellt wird.

Makroökonomische Unsicherheiten und gefährliche Annahmen

Die Entscheidungstheorie beschreibt ein typisches Verhalten von Investoren im Umgang mit Unsicherheiten bei der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten: Ein Entscheider befürchtet, dass die Parameter mehrerer unterschiedlicher strukturierter Wahrscheinlichkeitsmodelle auf längere Sicht in unbekannter Weise so variieren, dass eine probabilistische Aussage unmöglich ist. In der Annahme, dass all diese parametrischen Modelle missverständlich sind, ist er eher bereit, auf alternative unstrukturierte Wahrscheinlichkeitsverteilungen zu vertrauen, was neue Risiken birgt. Dieses Verhalten ist für Thomas J. Sargent (New York University) und Lars Peter Hansen (University of Chicago) die Grundlage, um ein Wettbewerbsgleichgewicht von Unsicherheitspreisen zu konstruieren. Sargent, der 2011 für sein empirisches Modell zur Berechnung der Wirkung wirtschaftspolitischer Maßnahmen den Nobelpreis erhielt, ist Gastredner der Risikomanagement-Konferenz von Union Investment am 7. November 2017.

Ein Besuch beim Nobelpreisträger

Der US-amerikanische Makroökonom und Nobelpreisträger Thomas J. Sargent ist Gastredner der 12. Risikomanagement-Konferenz von Union Investment. Ein kleines Filmporträt stellt den Professor der New York University vor. Dabei gibt Sargent Auskunft über die Tücken des von Donald Trump angekündigten Infrastrukturprogramms und warum selbst rational handelnde Anleger an Börsen an Grenzen stoßen. Außerdem gibt der Experte für Geldpolitik einen Ausblick auf das Thema seines Vortrags, den er am 7. November 2017 bei der Risikomanagement-Konferenz halten wird. Zusätzlich wurde auch auf www.dievermessungdesrisikos.de , der interdisziplinären Risikoanthologie von Union Investment, ein Interview eingestellt, in dem Thomas J. Sargent über seine Forschung und seine Einschätzungen zu den größten Risiken der kommenden Jahre spricht.

Whale Watching auf dem Börsenparkett

Der Fall des Wertpapierhändlers Nick Leeson wurde 1995 zum Paradebeispiel für Händler, die auf der Suche nach dem schnellen Geld das Vermögen und den Ruf ihrer Finanzfirmen gefährden. Die Libor-Euribor-Manipulationen, in die zum Teil sogar das Management bekannter Geldhäuser eingebunden war, sind ein weiteres Beispiel. Solche und ähnliche Fälle von im Verborgenen gehaltenen Praktiken des sogenannten „collusive rogue trading“ – kurz CRT – haben Hagen Rafeld und Peter N. Posch (beide TU Dortmund) sowie Sebastian Fritz-Morgenthal (Frankfurt School of Finance & Management) näher untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass es sich hierbei nicht um wenige Einzelfälle handelt, sondern um ein Phänomen, das weite Teile des Finanzsektors und insbesondere die Investmentbanking-Branche betreffen kann. In der Studie untersuchen die Autoren nicht nur Fälle, sondern ermitteln auch, wie Organisationen ein „Behavioral Risk Management“ etablieren können, um in Zukunft folgenschweres spekulatives Fehlverhalten zu verhindern.
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