Für die Risikomanagement-News werden regelmäßig aktuelle Studienergebnisse ausgewertet, die auf der US-Wissenschaftsplattform „Social Science Research Network“ (SSRN) eingestellt sind. Um die kompletten Studien als Download einzusehen, ist eine unverbindliche und kostenlose Anmeldung auf www.ssrn.com erforderlich.

Risikomanagement-News

Kohlenstoffemissionen und Bankkredite

Der Kampf gegen den Klimawandel hat zunehmend auch Auswirkungen auf die Kreditvergabe von Banken. Eine aktuelle Studie der Polytechnischen Universität Hongkong (Jeong-Bon Kim, Chong Wang und Feng Wu) hat untersucht, wie stark sich das Kreditverhalten von Banken weltweit gegenüber Schuldnern mit einer hohen CO2-Bilanz verändert. Die Autoren fanden heraus, dass Finanzinstitute tendenziell höhere Kreditspreads verlangen und striktere Bedingungen an Firmenkredite von direkten Verursachern hoher Treibhausgasemissionen stellen. Zusätzlich wurden weitere Szenarien mit exogenen Schocks, einer weltweit verschärften Klimagesetzgebung und der gestaffelten Übernahme umweltbezogener Prinzipien im Bankensektor durchgespielt. Die Ergebnisse bestätigen, dass es sich um aufkommende CO2-Bedenken handelt, die zu den beobachteten Veränderungen der Kreditvertragsbedingungen führen. Zunehmende Erfahrungen mit extremen Klimaereignissen dürften folglich die Sensibilität der Kreditbedingungen für CO2-Emissionen weiter verschärfen. Im Umkehrschluss gehen die Autoren davon aus, dass Kreditnehmer, die nachweislich über Emissionsminderungssysteme verfügen und die Klimarisiken besser steuern, von besseren Kreditkonditionen profitieren können. Kohlenstoffintensive Unternehmen sind dagegen wegen einer verschlechterten Rentabilität und erhöhten regulatorischen und insolvenzrechtlichen Risiken einem zunehmenden Druck bei den Kreditbedingungen ausgesetzt.

Quanten-Computing, Wettermanipulation und monetärer Populismus als Risiko

Zum 14. Mal hat das Weltwirtschaftsforum in Davos seinen jährlichen Weltrisiko-Report veröffentlicht. Auf der Risikolandkarte des Reports rangieren Umweltrisiken, insbesondere extreme Wetterereignisse und weitere durch den Klimawandel hervorgerufene Folgen ganz weit vorne. Daneben beschäftigt sich der Bericht aber auch mit weiteren Risiken mit besonders hohem Schockpotenzial, wie dem Quanten-Computing, Wettermanipulationen, monetärem Populismus, also der politischen Einflussnahme auf Zentralbanken, und möglichen Missverständnissen in der Interaktion von menschlicher und künstlicher Intelligenz. Außerdem beleuchtet der Report die psychologischen Ursachen und Auswirkungen globaler Risiken. Angesichts zunehmender psychischer Belastungen weltweit sieht der Report hierbei akuten Handlungsbedarf.

Munich Security Report 2019

Seit 1963 zählt die Münchner Sicherheitskonferenz zu den wichtigsten internationalen Foren für den Austausch sicherheitspolitischer Themen. Die diesjährige Konferenz offenbarte eindrucksvoll die Notwendigkeit des Dialogs, denn die globale Sicherheitslage hat eine seit dem Fall der Sowjetunion ungekannte Brisanz erreicht. Die liberale Weltordnung droht auseinanderzufallen. Die überwiegend liberale Ära des Freihandels und einer vergleichsweise hohen Friedenssicherheit scheint auszuklingen. Zwar gibt es einige Staaten, die sich wie Deutschland für den Erhalt der freiheitlichen Weltordnung einsetzen, aber es ist fraglich, ob sie willens und in der Lage sind, diese Rolle auch anzunehmen. Vor diesem Hintergrund hat die Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz ihren jährlichen Munich Security Report veröffentlicht. Der englischsprachige Report gibt unter der Überschrift „The Great Puzzle: Who Will Pick Up the Pieces?“ einen Überblick über die wichtigsten sicherheitspolitischen Themen, die auch auf der Konferenz behandelt wurden.

Risikoreport warnt vor brisanter geopolitischer Gemengelage

Noch ist es um den Wohlstand der westlichen Welt erstaunlich gut bestellt. Doch die Saat vieler Risiken der vergangenen Jahre droht 2019 aufzugehen. Davor warnt der Top-Risks-Report des Analysehauses Eurasia Group unter der Leitung des Politologen Ian Bremmer. „Die geopolitische Gemengelage ist so brisant wie seit Dekaden nicht mehr“, so der Report. Zu den größten Risiken für die Weltwirtschaft zählen die Analysten der Eurasia Group den Handelskrieg zwischen den USA und China, der sich auch zu einem geopolitischen Konflikt im Südchinesischen Meer ausweiten könnte. Ferner sei die Konfliktgefahr zwischen Saudi-Arabien und dem Iran gestiegen. Auch gewachsene Cyberrisiken durch staatliche und terroristische Angriffe zählt der Report auf. Ebenso wird vor einer Art „Innovationswinter“ gewarnt, hervorgerufen durch einen wachsenden Technologie-Protektionismus.

Im Dialog: Harold James und Christian Kopf

Der Wirtschaftshistoriker Harold James warnt vor einer dramatischen Änderung der Weltordnung. Davon sei auch der Euroraum betroffen. Union Investment-Rentenchef Christian Kopf traf den renommierten Princeton-Professor bei einem Aufenthalt in München und nutzte diese Gelegenheit für ein Videointerview.
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