Private Vermögen in der EU

Arme Deutsche, reiche Italiener?

Der Wiederaufbaufonds wirft alte Gerechtigkeitsfragen auf.

Wie ist es eigentlich zum Narrativ der „reichen“ Südländer und der „armen“ Deutschen gekommen und warum trifft dieses Pauschal nicht zu? Unser Themenpapier zeigt auf, dass der isolierte Blick auf die privaten Vermögen im Euroraum nicht zielführend ist für eine umfassende Leistungsfähigkeits- und Gerechtigkeitsdebatte in der Europäischen Union.

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:

  • Endlich grünes Licht für den Wiederaufbaufonds
  • Kapitalmärkte bewerten Schritt in Richtung fiskalische Integration positiv
  • Durchbruch unterstützt Peripherieanleihen
  •  Angeblich hohe Privatvermögen in Südeuropa kein stichhaltiges Argument gegen den Wiederaufbaufonds

Der Wiederaufbaufonds und die Frage der Gerechtigkeit

Ungarn und Polen haben den Widerstand gegen den Corona-Wiederaufbaufonds aufgegeben, genauer: gegen dessen Verknüpfung mit einem Rechtsstaatmechanismus. Damit können im kommenden Jahr die ersten Gelder aus dem 750 Milliarden Euro schweren Fonds in die Mitgliedsländer fließen, um die volkswirtschaftlichen Schäden der Pandemie abzufedern. Über die Hälfte der Gelder sind keine Kredite, sondern Zuschüsse. Dieser Aspekt, die Finanzierung des Fonds und Verteilungsfragen hatten die Verhandlungen beim Treffen der EU-Regierungschef im Juli fast zum Scheitern gebracht. Dies zeigt, wie hart die Mitgliedsländer miteinander um Verteilungs- und letztlich auch Gerechtigkeitsfragen ringen.

Am stärksten werden die südlichen Mitgliedsländer der EU vom Wiederaufbaufonds profitieren. Für die Kapitalmärkte ist das von hoher Relevanz, denn Peripherieanleihen bieten in einem Umfeld extrem niedriger oder negativer Zinsen zumindest noch kleinere Renditeaufschläge. Gerade Italien als einer der weltgrößten Emittenten von Staatsanleihen steht hier im Fokus.

Im politischen Raum hingegen thematisiert der ein oder andere die Frage, ob es eigentlich gerechtfertigt ist, dass die Südländer nicht rückzahlbare Zuschüsse von anderen Ländern erhalten. Es möge zwar sein, dass diese Staaten kein Geld hätten, aber das Vermögen der privaten Haushalte sei gerade in einigen südlichen Ländern bedeutend höher als etwa in Deutschland. Ein Argument, das schon im Nachgang der Euroschuldenkrise vor zehn Jahren gerne eingesetzt wurde.

Angedacht Privatvermögen in der EU

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Angedacht: Arme Deutsche, reiche Italiener?

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