Internationalisierung schlägt Japanisierung

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, da schien der größte Ausnahmezustand zunächst einmal vorbei: Ein moderates, aber stabiles Wirtschaftswachstum und anziehende Inflationsraten lieferten der Europäischen Zentralbank (EZB) einen möglichen Ausweg aus der Jahre andauernden ultra-lockeren Geldpolitik. Was die US-Notenbank schon seit Ende 2015 vorgemacht hatte, nämlich die Normalisierung des Zinsniveaus in kleinen Schritten, schien auch für die EZB in greifbarer Nähe.

Normalisierung der Geldpolitik in weiter Ferne

Doch es kam bekanntlich anders. Mit dem eskalierenden Handelsstreit zwischen den USA und China und der anhaltenden Brexit-Unsicherheit schwächte sich die Wirtschaftsdynamik im exportabhängigen Euroraum weiter ab. Gleichzeitig ging die Inflation zurück. An eine Normalisierung der Geldpolitik war folglich nicht mehr zu denken. Im Gegenteil: In ihrer September-Sitzung machte die EZB klar, dass selbst bei -0,5 Prozent noch nicht unbedingt der Boden bei den Einlagesätzen erreicht ist. Und das wieder aufgenommene Anleiheankaufprogramm spricht ebenfalls dafür, dass eher mit einem „Mehr“ an unorthodoxen Maßnahmen zu rechnen ist.

Niedrigzinsumfeld bleibt erhalten

Das Niedrig- oder sogar Negativzinsumfeld scheint also in der Eurozone auf Jahre zementiert. Wer sein Geld am Kapitalmarkt verdient, dem drängen sich historische Parallelen auf. Denn: Auch Japan leidet unter denselben Symptomen – und das seit Jahrzehnten. Schon macht das Schlagwort der „Japanisierung der Eurozone“ die Runde. Aber ist Japan wirklich die Blaupause für Europa? In jedem Fall stellt sich die Frage: Wie können Investoren auf diese fundamental veränderten Rahmenbedingungen reagieren?

Erfahren Sie mehr über die nötigen strukturellen Änderungen in der Eurozone sowie insbesondere die Internationalisierung der Asset Allocation als Antwort auf die veränderten Rahmenbedingungen.
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