Frühindikatoren bester Stimmung

(Stand: 3. März 2017)

• Trump hält sich mit Details zurück
­• Frühindikatoren zeichnen positives Bild für die US-Konjunktur
­• Verbesserung der Stimmung in der verarbeitenden Industrie und bei den Konsumenten
­• Positive Stimmung auch im Euroraum und in China

Alles schaute am vergangenen Dienstag (28. Februar) nach Washington, wo Donald Trump seine erste Rede zur Lage der Nation vor dem US-Kongress hielt. Die erhofften neuen Informationen zu den Themen Steuerreform, Infrastrukturmaßnahmen und Protektionismus blieb er jedoch schuldig.

Gleichzeitig zeichnen aber die in den vergangenen Tagen veröffentlichten Indikatoren über die aktuelle Entwicklung sowohl der US- wie auch der Weltkonjunktur ein überaus positives Bild. In den USA kletterte der nationale Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe des Institute for Supply Management (ISM) im Februar von 56,0 auf 57,7 Punkte und hat damit nach sechs Anstiegen in Folge den höchsten Stand seit August 2014 erreicht. Eine derartige Verbesserung des Indexes war in der Vergangenheit eher nach ausgeprägten Schwächephasen zu beobachten. Laut Angaben des ISM korrespondiert der Februar-Wert mit einem annualisierten Wachstum von 4,5 Prozent. Von den fünf Teilkomponenten haben sich vier im Vergleich zum Vormonat verbessert. Am stärksten war der Anstieg der Orderkomponente, gefolgt vom Lagerbereich. Lediglich die Beschäftigungskomponente verzeichnete einen leichten Rücksetzer.

ISM-Manufacturing zieht weiter an

ISM-Manufacturing zieht weiter an

Quelle: Datastream. Stand: 2. März 2017

Nicht nur unter den Unternehmen, sondern auch bei den Konsumenten ist die Stimmung in den USA derzeit auffallend positiv. So verbesserte sich das vom Conference Board erhobene Verbrauchervertrauen für Februar von 111,6 Punkten auf 114,8 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2001. Innerhalb des mehrjährigen Aufwärtstrends zeichnet sich seit Mitte letzten Jahres eine Beschleunigung ab.

US-Konsumentenvertrauen auf 16-Jahreshoch

US-Konsumentenvertrauen auf 16-Jahreshoch

Quelle: Datastream. The Conference Board. Stand: 2. März 2017

Ein ähnliches Bild zeigt auch der Blick auf den US-Häusermarkt. Zwar war der Index der National Assocation of Home Builders (NAHB) seit Jahresbeginn leicht rückläufig, dennoch liegen die letzten Datenpunkte noch immer auf den höchsten Ständen seit 2005. Der seit 2011 laufende Erholungstrend ist somit auch im sechsten Jahr weiterhin intakt.

Anhaltender Aufwärtstrend am US-Häusermarkt

Anhaltender Aufwärtstrend am US-Häusermarkt

Quelle: Datastream. Stand: 2. März 2017

Ein Teil der spürbaren Stimmungsaufhellung in den USA dürfte im Zusammenhang mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten stehen. Bislang sind dies Vorschusslorbeeren, denn anhand der harten realwirtschaftlichen Daten lässt sich bisher keine wesentliche Wachstumsbeschleunigung erkennen.

Vielmehr sorgten die am Mittwoch veröffentlichten Konsumdaten der privaten Haushalte im Januar eher für Enttäuschung. In nominaler Rechnung nahmen sie nur um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Preisbereinigt lag aufgrund des starken Energiepreisanstiegs sogar ein Rückgang um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat vor. Insofern ist nicht auszuschließen, dass die guten Stimmungswerte die Erwartungen der Volkswirte für das US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal antreiben und dieses dann doch schwächer als erhofft ausfallen könnte.

Auch außerhalb der Vereinigten Staaten ist die Stimmung im Industrie-Sektor überaus positiv. Der von Markit ermittelte globale Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe konnte im Februar auf 52,9 (52,7 im Januar) nochmals leicht zulegen. Der seit Ende des zweiten Quartals 2016 anhaltende Aufwärtstrend, der seinerzeit einen von der Schwäche der Emerging Markets und Rohstoffpreise charakterisierten mehrjährigen leichten Abwärtstrend ablöste, wurde damit erneut bestätigt. In allen wichtigen Wirtschaftsregionen deuten die Indizes von Markit auf eine weitere Verbesserung der Stimmung hin, mit zwei Ausnahmen: den USA und Großbritannien. Im Gegensatz zum korrespondieren Index des ISM fiel der Markit-Manufacturing PMI für die USA im vergangenen Monat von 55 auf 54,2 und drückte damit auch den PMI für die Industrieländer im Monatsvergleich um einen Zehntelpunkt auf 54,1. Die Ursache dafür lag (wie auch in Großbritannien) in der Auftragskomponente, die im Februar um 1,2 Punkte auf immer noch gute 56,2 Punkte nachgab.

Im Euroraum stieg der Index für das Verarbeitende Gewerbe auf 55,4 Punkte an und damit auf den höchsten Stand seit April 2011. Verbesserungen verzeichneten die nationalen Indizes für Deutschland, Italien und die Niederlande, ein etwas verringertes Momentum hingegen Frankreich und Spanien. Weiterhin liegt nur der griechische Index unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Insgesamt dürfte sich der positive Wachstumstrend in der Europäischen Währungsunion damit fortsetzen und möglicherweise auch noch leicht beschleunigen. Die in den letzten Wochen mit einer Vielzahl von Unternehmen geführten Gespräche unserer Fondsmanager bestätigen die Einkaufsmanagerindizes in der Hinsicht, dass viele Firmen in Erwartung steigender Preise ihre Lagerhaltung ausbauen. Dies sollte sich auch in den Unternehmensberichten der nächsten Monate widerspiegeln.

Auch in China deuten die in dieser Woche veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes darauf hin, dass die anziehende globale Nachfrage das Wachstum auf Kurs hält. So stieg der Index für das Verarbeitende Gewerbe von Caixin von 51,0 im Januar auf 51,7 Punkte an und liegt damit nur noch einen Hauch unterhalb des im vergangenen Dezember erreichten Vierjahreshoch von 51,9 Punkten. Gleichzeitig wurden damit auch die Erwartungen der Volkswirte (Bloomberg Median-Schätzung lag bei 50,8 Punkten) deutlich geschlagen. Auch der offizielle Einkaufsmanagerindex der chinesischen Regierung zog überraschend von 51,3 auf 51,6 an (Bloomberg Median-Schätzung 51,2).

Manufacturing PMIs deutlich über der Expansionsschwelle

Manufacturing PMIs deutlich über der Expansionsschwelle

Quelle: Markit. Stand: 2. März 2017

Der Hauptgrund für den Anstieg beider Indizes ist in der Komponente der Exportaufträge (das heißt in der Auslandsnachfrage) zu finden, die jeweils mehrjährige Höchststände verzeichneten. Darüber hinaus deuten die Beschäftigungskomponenten auf Verbesserungen am Arbeitsmarkt hin. Hingegen lassen Rückgänge in den Preiskomponenten auf sinkenden Preisdruck und geringer wie zuletzt anziehende Produzentenpreise in China schließen.