Dividenden – stabile Renditequelle in volatilen Zeiten

(Stand: 29. März 2017)
Das Frühjahr ist die Zeit der Dividenden – zumindest gilt das für Aktionäre. Denn dann stehen die Hauptversammlungen auf dem Programm und die Ausschüttungen der Unternehmen landen in den Depots. Für die Investoren wird damit die Verzinsung ihres Kapitals jenseits der Kursgewinne unmittelbar greifbar.

Für Helen Windischbauer und Matthias Lützen hingegen steht das Thema Dividende zwölf Monate im Jahr ganz oben auf der Agenda. Sie sind die Hauptverantwortlichen für den Dividenden-Investmentprozess von Union Investment. Helen Windischbauer stammt aus dem Portfoliomanagement Aktien und managt den UniInstitutional Global High Dividend Equity, Matthias Lützen aus dem Bereich Quant und Risk Management steuert den vorgelagerten Auswahlprozess der Aktien, die für die Dividendenfonds überhaupt in Frage kommen. Gemeinsam mit Vinay Sharma, der für die Privatkunden den UniDividendenAss managt, und drei weiteren Portfoliomanagern und Analysten steuern sie das Dividendenschiff. Denn der Investmentprozess wird inzwischen auf zahlreiche Portfolien angewandt. Der im März aufgelegte, nach strengen Nachhaltigkeitskriterien verwaltete UniInstitutional Dividend Sustainable ist der jüngste Sprössling der Familie, in der aktuell rund 4,5 Milliarden Euro verwaltet werden. Insgesamt folgen fünf Publikumsfonds und diverse Spezialfonds für institutionelle und private Kunden der Dividendenstrategie von Windischbauer und Lützen. Im Zuge dessen kümmern sich die Kollegen nicht nur um das Aktienportfolio, sie übernehmen auch vielfältige Vertriebs- und Kommunikationsaufgaben. „Das sind zum Beispiel Pitches, Anlageausschusssitzungen und Vorträge“, sagt Matthias Lützen, der Spezialist für den quantitativen Auswahlprozess. „Damit decken wir ein sehr vielseitiges Aufgabengebiet ab, da ganz unterschiedliche Investmentthemen und Kundengruppen angesprochen werden müssen.“

Stabilität für das Depot

Angesichts des aktuellen Kapitalmarktumfelds dürfte das Thema die Investoren noch eine Weile begleiten. Das liegt, nicht nur, aber auch an den Ausschüttungen an sich: In Zeiten des Niedrigzinses stellen Dividenden die attraktivsten Möglichkeiten für ordentliche Erträge dar. Das bestätigen auch die steigenden Ausschüttungsvolumina der vergangenen Jahre. 2017 wird wieder mit einem neuen Rekordwert gerechnet: Allein die Dax-Konzerne sollten rund 31,1 Milliarden Euro an ihre Anleger ausschütten – das entspricht einer Dividendenrendite von 3,0 Prozent. Auf europäischer Ebene sieht es sogar noch besser aus: „Wir erwarten, dass die im STOXX 600 Europe gelisteten Aktiengesellschaften über 340 Milliarden Euro ausschütten. Auf Indexebene erzielen Anleger damit sogar eine Rendite von über 3,6 Prozent“, sagt Portfoliomanagerin Windischbauer. Die im MSCI World Index notierten Unternehmen dürften für das vergangene Jahr Dividenden von fast einer Billion US-Dollar auskehren.

Vor allem in Zeiten, in denen politische Unsicherheiten an den Börsen für Turbulenzen sorgen können, bietet eine ordentliche Dividendenrendite den Aktien eine gewisse Stabilität. Dank stabiler Geschäftsmodelle erweisen sich dividendenstarke Aktien oft als weniger schwankungsanfällig als der breite Markt. Die Volatilität des UniInstitutional Global High Dividend Equity liegt aktuell mit 14,79 Prozent unter der Schwankungsstärke des MSCI World (15,94 Prozent). Außerdem sind Dividenden entscheidend für den langfristigen Anlageerfolg von Aktieninvestoren. Bereits in den letzten zwei Jahrzehnten vor der Finanzkrise haben Dividenden rund ein Drittel zum Gesamtertrag einer Aktieninvestition beigetragen, in der längeren Historie sogar mehr als zwei Drittel. Und angesichts des Niedrigzinsumfelds liegen die Dividendenrenditen in der Regel weit über den Zinszahlungen für Unternehmensanleihen der gleichen Adresse. So liegt die Dividendenrendite von Royal Dutch Shell aktuell bei mehr als sieben Prozent. Ein Unternehmensbond des Ölkonzerns mit fünf Jahren Laufzeit wirft hingegen pro Jahr weniger als 0,5 Prozent ab.

Die Kombination von hoher Dividende und niedrigem Risiko zeichnet unseren Fonds aus

Die Kombination von hoher Dividende und niedrigem Risiko zeichnet unseren Fonds aus
Quelle: Union Investment, Stand: 28. Februar 2017

Lange Expertise bei Dividendenstrategien

Es gibt also eine ganze Reihe guter Gründe für ein Investment in dividendenstarke Titel. Dennoch bleibt es unverzichtbar, auch die Dividendentitel vor einem Kauf genau zu analysieren. Selbst wenn sie sich insgesamt zu einer Art „besseren Anleihe“ entwickelt haben, bestehen Risiken wie bei allen anderen Aktien auch. Die Spezialisten aus dem Portfoliomanagement von Union Investment haben für die Steuerung der Dividendenfonds einen Ansatz entwickelt, der grundsätzlich auf alle Portfolios der Dividendenfondsfamilie angewandt wird. „Wir kombinieren die quantitative und die fundamentale Analyse. Ausgehend von einem globalen Aktienuniversum von 1.700 Titeln nutzen wir in einem ersten Schritt unser quantitatives Modell zur Kennzahlenanalyse“, erklärt Helen Windischbauer. „Das Analysemodell gibt es schon seit dem Jahr 2004 und es wird ständig weiterentwickelt.“ Auch wenn die Dividendenrendite im Screening eine wichtige Position einnimmt, spielen auch andere Parameter eine Rolle: So werden zum Beispiel die Gewinnrevisionen und –perspektiven sowie die Bewertungskennziffern mit in die Analyse einbezogen. Das Ergebnis ist eine fokussierte Auswahl von etwa 200 Aktien.“ Jeder dieser Titel wird dann von den Spezialisten aus dem Aktienfondsmanagement fundamental analysiert. Wie ist die Dividendenpolitik, wie ist die Qualität des Managements und des Geschäftsmodells des jeweiligen Unternehmens? Wird es in der Lage sein, auch in Zukunft hohe Dividenden auszuschütten?

Strenge Kriterien

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, schaffen es schließlich etwa 100 Titel auf eine Auswahlliste – die Basis für sämtliche Dividendenprodukte von Union Investment. Jeder Fondsmanager sucht hier die für ihn geeigneten Aktien aus. So werden beispielsweise in den Nachhaltigkeitsfonds nur Titel aufgenommen, die die strengen Kriterien mit Blick auf die Themen Ökologie, Soziales und Governance einhalten. Dieses Auswahlkriterium sowie die Anforderung an eine hohe aktuelle bzw. zu erwartende Dividendenrendite werden konsequent in allen Schritten des Investmentprozesses beachtet. Auch der UniInstitutional Global High Dividend Equities fokussiert sich auf Dividendenaktien, die sich durch geringe Wertschwankungen auszeichnen. 

Um Veränderungen zeitnah verarbeiten zu können, werden alle 1.700 Aktien des Investmentuniversums einmal monatlich vom quantitativen Modell unter die Lupe genommen. Das bedeutet, dass jede einzelne Aktie kritisch geprüft wird. „Wir wollen auf diese Weise sicherstellen, dass die Annahmen des Investment Case noch gelten. Zudem geht es um die Frage, ob andere Titel inzwischen attraktiver sind. Neben der regelmäßigen Überprüfung unserer 100 Top-Dividenden-Aktien können wir jederzeit flexibel auf aktuelle Ereignisse reagieren, die auf Dividendenkürzungen bei einem Titel hinweisen. Dann reagieren wir schnell“, erklärt Windischbauer. Einmal pro Woche treffen sich die Dividendenspezialisten zudem, um neue Entwicklungen und die Positionierung der Fonds zu diskutieren. Bei Bedarf oder nicht vorhersehbaren Ereignissen sind auch ad-hoc-Meetings möglich: Die Wege im Frankfurter MainTor-Porta sind kurz.