DAX setzt zu neuen Höhenflügen an

(Stand: 24. Februar 2017)
• DAX knackt die 12.000-Punktemarke erstmals seit April 2015
• Deutscher Aktienmarkt mit Aufholpotenzial auf globaler Ebene
• Vorteilhaftes Makroumfeld für Exportweltmeister Deutschland
• DAX-Unternehmen mit anhaltend positiven Gewinntrends
• Attraktive Bewertung mit Chance auf Re-Rating, insbesondere für deutsche Automobilwerte

12.000 Punkte – diese magische Schwelle hat der deutsche Aktienleitindex DAX im Laufe der letzten Woche erstmals seit Frühjahr 2015 wieder geknackt. Wenngleich der DAX mittlerweile wieder leicht unter diese vielbeachtete Marke zurückgefallen ist, sprechen die gegenwärtigen Rahmenbedingungen eindeutig dafür, dass das deutsche Börsenbarometer sich auf dem besten Weg zu neuen historischen Höchstständen befindet.

Dax mit Aufholpotenzial im internationalen Vergleich

Das aktuelle Kursniveau des deutschen Leitindexes von knapp unter 12.000 Punkten liegt nur noch 3,4 Prozent (Schlusskurs am 23. Februar 2017) unter dem historischen Höchststand von 12.375 Punkten vom 10. April 2015. Im internationalen Vergleich hat der deutsche Aktienmarkt dennoch Aufholpotenzial, insbesondere gegenüber den Leitindizes in den USA und somit auch dem MSCI World (mit einem US-Gewicht von knapp 60 Prozent). Sowohl der S&P 500 Index in den USA als auch der MSCI World Index befinden sich momentan bereits auf neuen historischen Höchstständen, die die in 2015 erreichten Rekordmarken um rund elf Prozent (S&P 500) und etwa vier Prozent (MSCI World) übertreffen.

Im Gegensatz hierzu hat eine Vielzahl von europäischen Leitindizes noch deutlich mehr „Luft nach oben“; so beispielsweise der EUROSTOXX 50 Index, der aktuell um rund 13 Prozent unter den historischen Bestwerten aus dem Jahr 2015 liegt. Der spanische IBEX 35 Index und der italienische MIB-Index weisen sogar Abschläge von 20 Prozent und mehr im Vergleich zu den im Jahr 2015 erreichten Höchstmarken auf.

Vorteilhaftes Makroumfeld für den deutschen „Exportweltmeister“

Der Optimismus für den deutschen Aktienmarkt basiert auf einem äußerst vorteilhaften Makroumfeld auf globaler Ebene, das sich seit Mitte letzten Jahres in einer synchronen Verbesserung der vorlaufenden Konjunkturindikatoren sowohl in den Industriestaaten als auch in den Emerging Markets manifestiert. Aufgrund der starken weltwirtschaftlichen Verflechtung Deutschlands (als „Exportweltmeister“) sollten deutsche Unternehmen in besonderem Maße von den sich spürbar aufhellenden Wachstumsperspektiven auf globaler Ebene profitieren.

Dieser mittelfristige Konjunkturoptimismus kommt deutlich in dem Einkaufmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe (PMI Manufacturing) für Deutschland zum Ausdruck. Dieser hatte sich im Februar 2017 auf ein Niveau von 57,0 Punkte verbessert, dem höchsten Stand seit 57 Monaten. Ein wichtiger Treiber für die Verbesserung des PMI Manufacturing in Deutschland waren stark verbesserte Werte beim Ordereingang, insbesondere auf der Exportseite.

Trend der Unternehmensgewinne im Aufwind

Auf Unternehmensebene wird das sich aufhellende globale Konjunkturumfeld zunehmend sichtbar. Seit Herbst letzten Jahres weisen die Gewinnrevisionen der DAX-Unternehmen in Summe einen sich beschleunigenden Aufwärtstrend auf – sowohl im Einmonats- als auch im Dreimonatsvergleich.

Deutsche Aktien attraktiv bewertet mit Chance auf Re-Rating, vor allem für zyklische Autowerte

Über den positiven Trend der Unternehmensgewinne hinaus stellt sich die Bewertung des DAX als attraktiv dar, insbesondere im internationalen Vergleich. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des DAX Index basierend auf den Gewinnschätzungen für die nächsten zwölf Monate liegt aktuell bei 13,6x und somit rund elf Prozent über dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre von 12,3x. Allerdings gilt es in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass der deutsche Aktienmarkt immer noch einen Abschlag von rund neun Prozent gegenüber dem breiten europäischen STOXX 600 Index (aktuelles KGV: 15,0x) und von rund 18 Prozent gegenüber dem MSCI World Index (aktuelles KGV: 16,6x) aufweist.

Vor dem Hintergrund des vorteilhaften Makroumfelds für den deutschen Unternehmenssektor ist mittelfristig mit einer Verringerung dieses Bewertungsabschlags des DAX zu rechnen. Da es sich beim deutschen Leitindex um einen im internationalen Kontext relativ zyklisch ausgerichteten Länderaktienindex handelt, wäre im gegenwärtigen „risk-on“ Kapitalmarktumfeld sogar ein Bewertungsaufschlag des DAX gegenüber dem STOXX 600 beziehungsweise dem MSCI World gerechtfertigt, so dass eine gute Chance auf ein spürbares Re-Rating deutscher Aktien besteht.

Aus Branchensicht stellt sich der deutsche Automobilsektor als äußerst attraktiv dar, handelt es sich bei der deutschen Automobilindustrie – sowohl bei den Herstellern als auch bei den Zulieferern – um Global Players, bei denen sich alles um ein zyklisches Konsumgut dreht. Die größten deutschen Automobilwerte (Hersteller und Zulieferer) weisen momentan ein durchschnittliches KGV von 9,2x auf, die Hersteller allein (also Daimler, BMW und VW) sogar nur von 7,6x. Der Automobilsektor ist daher mit einem deutlichen Abschlag zum Gesamtmarkt bewertet. Dies sollte im aktuellen Kapitalmarktumfeld zu einer deutliche Reduzierung der relativen Bewertungslücke für die deutschen Automobilwerte führen.