UnionInvestment_M01_0248

Neues von den Märkten

Erhalten Sie im Monatsbericht "Neues von den Märkten" einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen. Ergänzt wird der Monatsbericht durch aktuelle Kapitalmarktprognosen.

Marktmeinung

Union Investment bestätigt moderat offensive Risiko-Ausrichtung

Positionierung moderat offensiv, RoRo-Meter weiter auf 4

RoRo-Meter

Die Kapitalmärkte haben in den vergangenen Tagen mit Nervosität auf die Unstimmigkeiten rund um das US-Gesundheitswesens reagiert. Nachdem die Märkte die Trump-Administration seit Wochen mit Vorschusslorbeeren bedacht hatten, ist das Union Investment Committee (UIC) auf seiner regulären Sitzung am 27. und 28. März deshalb auch der Frage nachgegangen, ob das Zurückziehen des republikanischen Gesetzentwurfs zur Umgestaltung des Gesundheitswesens perspektivisch zu einer Korrektur an den Märkten führen könnte. Das Gremium hat diese Frage mit einem „Nein“ beantwortet und seine moderat offensive Risikopositionierung (RoRo-Meter 4) daher beibehalten. Das globale Konjunkturbild ist nach Ansicht des UIC derzeit ausreichend robust. Für die Kapitalmärkte sind ohnehin andere Punkte der US-Wirtschaftspolitik entscheidender – zum Beispiel die Frage nach fiskalischen Impulsen über Steuersenkungen oder Infrastrukturausgaben.

Marktumfeld: Weltweit synchroner Konjunkturaufschwung

Aus fundamentaler Sicht hat sich in den letzten Wochen der Trend zu einem synchronen weltwirtschaftlichen Aufschwung weiter gefestigt. In den USA spiegeln aktuelle Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung zwar noch nicht das spürbare Anspringen der Konjunktur wider, auf das Frühindikatoren schon seit einer Weile hindeuten. Dennoch ist eine weitere Dynamisierung der US-Konjunktur auf kurze Sicht wahrscheinlich. Auch in den Schwellenländern und der Eurozone, die nach der Wirtschafts- und Finanzkrise nach wie vor über Aufholpotenzial verfügen, dürfte das Konjunkturmomentum an Dynamik gewinnen. Im Euroraum entwickeln sich die Einkaufsmanagerindizes weiter robust. Der Ifo Geschäftsklimaindex bestätigt, dass die Stimmung deutscher Unternehmen so positiv ist, wie seit 2011 nicht mehr. Nachdem es in den Niederlanden nicht zu dem befürchteten Auftrumpfen der Populisten gekommen ist, stellt sich auch im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen in Frankreich ein ähnlicher Optimismus ein. Politische Extremszenarien sind im Euroraum aus aktueller Sicht daher nicht zu erwarten.

Mit Blick auf die Inflationsentwicklung dürfte sich der Anstieg der Teuerungsraten in den nächsten Monaten zunächst nicht fortsetzen – denn der leichte Rückgang der Ölpreise in den zurückliegenden Wochen sollte dämpfend wirken. Nach vorne gerichtet könnte die Entwicklung in den USA und der Eurozone etwas auseinanderdriften, da der Lohndruck in den USA höher ist als diesseits des Atlantiks. Im Euroraum sind dagegen wenige Treiber für einen Anstieg der Kerninflation zu erkennen. Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass die mittelfristigen Inflationserwartungen ihren seit September 2016 währenden, steilen Anstieg zunächst beendet haben und seit einigen Wochen seitwärts oder sogar leicht abwärts tendieren.

Die US-Notenbank Fed hat auf ihrer regulären Sitzung im März die Leitzinsen zwar wie erwartet angehoben. Das begleitende Communiqué fiel für viele Marktteilnehmer aber überraschend defensiv („dovish“) aus. Trotz der Betonung von zwei weiteren Zinsschritten im laufenden Jahr 2017 dämpfte der Ausblick der Fed die Entwicklung der Treasury-Renditen und des US-Dollar. Im Euroraum kamen in den vergangenen Wochen Gerüchte auf, wonach die Europäische Zentralbank (EZB) eine Anhebung des Zinses plant, den Banken für „Overnight deposits“ zahlen müssen. Das UIC rechnet nicht mit einer solchen Entscheidung. Vielmehr geht das Gremium davon aus, dass die Notenbank ab Sommer die allmähliche Rückführung des Anleihekaufprogramms kommunikativ vorbereiten und im Herbst das „Tapering“ schließlich ankündigen wird.

Charts des Monats: Schwellenländer-Aktien nehmen Fahrt auf, anziehende Konjunkturdynamik im Euroraum

Relative Performance von Schwellenländer- zu Industrieländer-Aktien und Entwicklung der Einkaufsmanagerindizes des Industriesektors im Zeitverlauf
Charts des Monats 20.03.2017
Quelle: Bloomberg, IEA, Union Investment; Stand: 20. März 2017.

Asset-Klassen: Gewichtung von Emerging Markets-Anlagen erhöht

Das sich weiter verbessernde Konjunkturbild der Eurozone und die geringeren politischen Unsicherheiten könnten die Basis für einen Anstieg der Renditen von Anleihen aus den Kernstaaten der Eurozone (vor allem Bundesanleihen) sein. Im Umkehrschluss hat sich die Skepsis gegenüber Papieren aus der Euroland-Peripherie etwas reduziert. Gewisse Vorbehalte bleiben aber angebracht, vor allem, wenn man die Erwartungen einer potenziell bevorstehenden Tapering-Entscheidung der EZB einbezieht, die weniger Zentralbankunterstützung für Peripherieländer wie Italien bedeuten würde. Deutlich verbessert haben sich die Perspektiven der Schwellenländer: Eine global anziehende Wachstumsdynamik, höhere Rohstoffpreise, positive Entwicklungen in einzelnen Ländern wie Indien und Brasilien sowie die (geld-) politischen Tendenzen in den USA wirken unterstützend für die Anlageklasse. Zwar behält das UIC in diesem Kontext die Entwicklung des Ölpreises weiter im Auge, für den Moment erachtet das Gremium Schwellenländer-Anleihen aber als aussichtsreich.

Der „Reflation-Trade“ hat Anfang März vorerst ein Ende gefunden – der S&P 500 Index gab seitdem etwas nach, die europäischen Indizes (DAX, EuroStoxx 50) tendierten seitwärts. Dennoch gibt es weiterhin gute Argumente für Aktien: Neben dem positiven Fundamentalbild macht vor allem der Blick auf die Gewinnschätzungen der Analysten optimistisch. Auf globaler Ebene liegen die Gewinnerwartungen seit Monaten stabil bei etwa zwölf Prozent. In nahezu allen Regionen hat sich das Verhältnis von positiven zu negativen Gewinnrevisionen verbessert. Zu den Profiteuren dieser Entwicklung dürften in erster Linie Aktien der Schwellenländer sowie der Eurozone zählen, die vor allem im Vergleich zu US-Aktien über deutliches Aufholpotenzial verfügen.

Der leichte Rückgang der Ölpreise in der ersten Märzhälfte kam für viele Marktteilnehmer eher überraschend. Als Ursache wurden insbesondere höhere Lagerbestände ausgemacht. Eine nachlassende Disziplin der OPEC-Länder im Hinblick auf die vereinbarten Förderbeschränkungen hingegen war nicht zu verzeichnen. Das UIC hält den Preisrückgang deshalb für übertrieben und rechnet auch vor dem Hintergrund der erwarteten Wachstumsbeschleunigung mit einer Rückkehr in die Preisrange zwischen 55 und 60 US-Dollar je Barrel. Der Gegenwind für Gold hat sich zuletzt abgeschwächt. Das UIC rechnet deshalb mit weiter leicht steigenden Notierungen.

Der Euro hat seit Anfang März um rund vier Cent gegenüber dem US-Dollar aufgewertet. Mit einer etwas defensiveren US-Notenbank Fed und reduzierten politischen Risiken im Euroraum scheint sich das Währungspaar nicht mehr in Richtung der Parität bewegen zu können. Das Union Investment Committe hält eine kleine Gegenbewegung zwar für möglich, rechnet in der zweiten Jahreshälfte 2017 aber eher mit einer Preisrelation auf dem aktuellen Niveau.

Globale Wandelanleihen bleiben aufgrund der Kombination aus fairer Bewertung und attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis hinsichtlich der Aktienpartizipation aussichtsreich. Steigende Zuflüsse in den letzten Monaten zeigen, dass die Assetklasse mehr Aufmerksamkeit erfährt. Die Seitwärtsentwicklung der letzten Wochen war in erster Linie auf den flachen Trend globaler Aktien zurückzuführen. Während die Wandelanleihen aus den USA und Asien weiter eine positive Dynamik aufweisen, ist der europäische Markt nach wie vor ohne besonderes Momentum. Einige große Neuemissionen haben die Bewertung vor allem in Japan leicht gedrückt. Die durchschnittlich erwartete Aktiensensitivität des Marktes liegt im ausgewogenen Bereich bei leicht über 50 Prozent.

Trotz leichtem Renditeanstieg bleiben die Perspektiven am Geldmarkt für Investoren unattraktiv.

Unsere Positionierung

Positionierung 28.03.2017
Stand: 28. März 2017
  1. 1 Erläuterung: Zur Festlegung der Anlagestrategie wird zunächst das Marktumfeld genau analysiert. Das Ergebnis schlägt sich in einer Risikoeinschätzung nieder. Dazu formuliert das Union Investment Committee eine Risk-on- / Risk-off-Entscheidung in fünf Stufen (1, 2, 3, 4, 5). Diese ist wie folgt zu interpretieren: Eine „5“ steht für eine hohe Risikoneigung, eine „1“ für einen weitgehenden Rückzug aus Risikoanlagen.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen:
28. März 2017, soweit nicht anders angegeben.