Marktmeinung:
Außerordentliche Sitzung des
Union Investment Committees

Gewinnmitnahmen nach freundlichem Jahresstart, RoRo-Meter nun auf 3

Ausrichtung neutral, RoRo-Meter auf 3

RoRo-Meter auf 3

Das neue Börsenjahr hat fulminant begonnen – die meisten Risikoassets sind mit deutlichen Aufschlägen in das Jahr 2018 gestartet. Das Union Investment Committee (UIC) hat die beachtliche Performance der ersten Handelstage zum Anlass genommen und auf einer außerordentlichen Sitzung am 10. Januar 2018 vereinzelt Gewinne realisiert und Risiken temporär reduziert.

Die Risikoausrichtung wurde in den neutralen Bereich zurückgenommen (RoRo-Meter Stufe 3)1.

Positives Fundamentalbild weiter intakt

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld stellt sich weiterhin äußerst robust dar, das UIC hegt keinerlei Zweifel am positiven Fundamentalbild. Neben dem guten Jahresstart – vorrangig bei Aktien und anderen Risikoassets – macht das Gremium seine Entscheidung vor allem am Rentenmarkt fest: Angesichts des starken Renditeanstiegs bei zehnjährigen US-Treasuries (2,4 Prozent zum Jahreswechsel auf aktuell knapp 2,6 Prozent) wächst das Risiko, dass die Rendite der US-Staatsbonds in den nächsten Tagen (technisch) nach oben ausbrechen und dies zu einer Korrektur am Aktienmarkt führen könnte.

Für eine gewisse Unklarheit, wie der aktuelle Anstieg der längerfristigen US-Renditen zu deuten ist und wie die weitere Entwicklung aussehen könnte, haben auch Gerüchte über Äußerungen aus China und Japan gesorgt, die Zweifel an der Attraktivität von US-Staatsanleihen geweckt haben. Hinzu kommt die Frage, welche Auswirkungen die Umsetzung der US-Steuerreform auf Umfang und Struktur der Neuverschuldung der Vereinigten Staaten haben wird. In dieser – leicht instabilen – Marktsituation reichen oft schon kleinere Neuigkeiten, um für zusätzliche Volatilität zu sorgen. Eine solche Nachricht könnten die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden US-Inflationszahlen sein – allerdings (wenn überhaupt) nur dann, wenn der Datenpunkt nach oben überrascht.

Konkrete Hinweise darauf gibt es aktuell nicht. Es handelt sich lediglich um ein Szenario – aber eben um eines, das erhöhtes Korrekturpotenzial birgt. Ergänzend kommt hinzu, dass das Marktsentiment derzeit überwiegend „bullish“ ist und Investoren regelrecht nach einem Grund zur Auslösung einer Konsolidierung suchen könnten.

Aktienpositionierung nun neutral

Aus diesem Grund hat das UIC die Gewichtung von Aktien der entwickelten Volkswirtschaften in den neutralen Bereich zurückgenommen. Darüber hinaus hat das Gremium auch zwei aktive Positionierungen in den Schwellenländern geschlossen: Zum einen wurde das Gewicht von Schwellenländer-Anleihen neutralisiert, zum anderen die aktive Position in Schwellenländer-Währungen (gegen den US-Dollar) aufgelöst. Beide Entscheidungen folgen dem skizzierten Szenario weiter steigender US-Treasury-Renditen, woraus sich häufig negative Folgewirkungen für Schwellenländer-Investments ergeben.

Alle anderen aktiven Positionierungen bleiben unverändert. Die frei werdenden Mittel werden vorübergehend in der Kasse geparkt. Die Entscheidungen haben temporären Charakter und werden spätestens auf der Ende Januar anstehenden regulären Sitzung des Union Investment Committes einer kritischen Prüfung unterzogen.

Unsere Positionierung

Positionierung 10. Januar 2018
Stand: 10. Januar 2018
  1. 1 Erläuterung: Zur Festlegung der Anlagestrategie wird zunächst das Marktumfeld genau analysiert. Das Ergebnis schlägt sich in einer Risikoeinschätzung nieder. Dazu formuliert das Union Investment Committee eine Risk-on- / Risk-off-Entscheidung in fünf Stufen (1, 2, 3, 4, 5). Diese ist wie folgt zu interpretieren: Eine „5“ steht für eine hohe Risikoneigung, eine „1“ für einen weitgehenden Rückzug aus Risikoanlagen.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen:
10. Januar 2018, soweit nicht anders angegeben.