UnionInvestment_M01_0248

Neues von den Märkten

Erhalten Sie im Monatsbericht "Neues von den Märkten" einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen. Ergänzt wird der Monatsbericht durch aktuelle Kapitalmarktprognosen.

Marktmeinung

Union Investment mit moderat offensiver Risiko-Ausrichtung

Ausrichtung moderat offensiv, RoRo-Meter auf 4

RoRo-Meter 3 auf 4

Die Erwartung, dass uns ein Goldilock-Szenario aus ordentlichem Wachstum und mäßiger Inflation noch etwas erhalten bleibt, hat sich in den vergangenen Wochen weiter verfestigt. Das Union Investment Committee (UIC) blickt deshalb optimistisch auf die nächsten Wochen und hat im Rahmen seiner regulären Oktober-Sitzung die Risikoausrichtung weiter leicht erhöht. Das RoRo-Meter verändert sich dadurch vom oberen Bereich der Stufe 3 auf Stufe 4.1 Im UIC-Portfolio ist das UIC dabei ausgesprochen akzentuiert vorgegangen: Etwas ausgebaut wurde die Übergewichtung in Aktien. Bei Unternehmensanleihen hat es hingegen - nicht zuletzt in Hinblick auf die am Donnerstag anstehende EZB-Sitzung - die Positionierung leicht reduziert und damit im Rentenbereich im Vergleich zur Vorperiode etwas Risiko zurückgenommen.
Der synchrone globale Wirtschaftsaufschwung hält weiter an. Jüngst erhöhte der IWF seine BIP-Prognose für die Weltwirtschaft auf 3,5 Prozent für 2017 und 3,6 Prozent in 2018. In den USA erweckt die von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellte Steuerreform Hoffnungen. Darüber hinaus wurde beim Parteitag der Kommunistischen Partei China´s der wirtschaftspolitische Kurs im Grundsatz bestätigt und in Japan die Koalition des wirtschaftsfreundlichen Ministerpräsidenten Abé bei Wahlen deutlich gestärkt.
All dies bekräftigt das UIC in seiner Einschätzung, dass sich vor allem die Aktienmärkte zum Jahresende hin weiter positiv entwickeln sollten. Zudem ist zu erwähnen, dass der geopolitische Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea zuletzt eine untergeordnete Rolle spielte.
Anders zeichnet sich das Bild auf der Rentenseite, insbesondere bei Unternehmensanleihen. Ein Grund dafür ist unter anderem die Ausgestaltung der zukünftigen Politik der Europäischen Zentralbank.

Marktumfeld: Mäßige Inflation bleibt vorerst erhalten

Wir erwarten für die nächsten Monate weiterhin eine mäßige Inflationsrate. Im Falle der Headline-Inflation ist im ersten Quartal 2018 aufgrund von Basiseffekten (Rohöl-Preis) sogar mit einem Rückgang in den USA und Euroland zu rechnen. Bei der Kerninflation hingegen sollte man wenigstens in den USA aufgrund der guten Situation am Arbeitsmarkt im Laufe von 2018 ein leichtes Anziehen erwarten.

Hinsichtlich der EZB-Politik erwarten wir ab Januar 2018 eine Halbierung des Ankaufvolumens von monatlich 60 auf 30 Milliarden Euro und eine Fortsetzung des Programms auf diesem reduzierten Niveau mindestens bis September 2018. Mit einer Leitzinserhöhung wird nicht vor 2019 zu rechnen sein.

Bei der US-Notenbank Fed richtet sich das Interesse aktuell eher auf die Nachfolge von Janet Yellen, mit einer Entscheidung wird kurzfristig gerechnet. Unabhängig von Spekulationen darüber, wo welcher Kandidat im Spektrum von Falken und Tauben anzusiedeln ist, besteht ein gewisser Konsens, dass die Ausgangssituation für „den Neuen“ so klar umrissen ist (robustes Wirtschaftswachstum in den USA und der Welt, eher schwacher US-Dollar), dass alles andere als eine konsequente Fortführung des Zinserhöhungskurses der Fed zumindest für uns eine Überraschung wäre. Wir erwarten unverändert vier Zinserhöhungen bis Ende 2018, liegen damit aber eher über dem Marktkonsens. Das Risiko der Personalie wird kurzfristig eher darin gesehen, dass die Märkte bei einem neuen Fed-Präsidenten besonders auf dessen Kommunikation achten. Vergleichsweise „hawkishe“ Äußerungen, könnten durchaus für Unruhe an den Rentenmärkten sorgen.

Charts des Monats: Synchroner globaler Konjunkturaufschwung hält an, Fundamentaldaten für Energiesektor verbessern sich

Einkaufsmanagerindizes im verarbeitenden Gewerbe und Entwicklung der OECD-Lagerbestände ggü. 5-Jahresschnitt*
Charts des Monats 24. Oktober 2017
Quelle: Bloomberg, Markit, OECD, IEA, Stand: 24. Oktober 2017. *in Millionen Barrel

Asset-Klassen: Developed Markets weiterhin attraktiv

Bei Staatsanleihen erwarten wir weiterhin nur moderat ansteigende Renditen. Fundamental schließen wir aktuell einen plötzlichen Anstieg bei den Inflationszahlen aus. Bei Unternehmensanleihen könnte es je nach EZB-Kommunikation kurzfristig eine negative Marktreaktion geben. Mittelfristig sollten die Implikationen überschaubar sein, da die EZB prinzipiell am Sekundärmarkt aktiv bleiben wird. Zudem wird mit weniger Neuemissionen gerechnet. Bei Staatsanleihen der Schwellenländer glauben wir ungeachtet der in diesem Jahr schon sehr positiven Entwicklung an ein anhaltendes Momentum und weitere Inflows.

Das fundamentale Umfeld spricht weiter für Aktien. Zwar haben die Märkte dieses Jahr schon deutliche Gewinne verzeichnet. Aber die Gewinnentwicklung liegt immer noch im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Vor dem Hintergrund des hohen Wirtschaftswachstums könnte sie auf beachtlichem Niveau bleiben. Die Berichtssaison fürs dritte Quartal ist gut angelaufen. Viele Gewinnerwartungen werden nach oben revidiert, vor allem in Japan, darüber hinaus auch in den Schwellenländern.

Bei Öl könnte der in den letzten Monaten erwartungsgemäß ordentlich gestiegene Preis noch weiter zulegen – Stichwort „Angebotsdefizit“. Dafür sprechen beispielsweise die Terminkurven, aber auch die sich weiter leerenden Lagerbestände. Bei einzelnen Industriemetallen ist der Preis zwischenzeitlich so stark gestiegen, dass das Fragezeichen, wieviel Spekulation da eine Rolle spielt, inzwischen eine beachtliche Größe hat. Andererseits kann hier das dynamische Wachstum der Weltwirtschaft preistreibende real existierende Knappheiten verstärken. Kurzum: Das Bild ist uneinheitlich und etwas unüberschaubar.

Trotz der sich verstärkenden Indizien für mehrere Zinserhöhungen der Fed und daraus resultierend ein steigendes transatlantisches Zinsdifferenzial neigt das UIC hinsichtlich des Währungspaars Euro-US-Dollar inzwischen zu der Einschätzung, dass mittelfristig ein anderer Treiber stärker ist: Das Momentum aus dem, was wir die (wirtschaftliche) „Renaissance der Eurozone“ nennen. Für Währungsentwicklungen entscheidend sind am Ende die Flows – und hier glauben wir, dass die realwirtschaftliche Dynamik der Euroländer die finanzwirtschaftliche Attraktivität von Investitionen in den USA nächstes Jahr dominieren könnte. Wir haben deshalb unsere Prognose auf 1,25 Dollar je Euro auf 12-Monats-Sicht erhöht. Die Fortsetzung der Eurostärke erwarten wir aber eher nächstes Jahr als in den kommenden Monaten.

Globale Wandelanleihen bleiben aufgrund der Kombination aus fairer Bewertung und attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis hinsichtlich der Aktienpartizipation aussichtsreich. Sie tendierten in den vergangenen vier Wochen freundlich. Getrieben durch die Performance des Technologiesektors wiesen asiatische Convertibles die beste Entwicklung auf. Die Neuemissionstätigkeit stieg zuletzt leicht an, blieb jedoch insgesamt unter den Erwartungen der Marktteilnehmer. Ein positives Umfeld wirkte für globale Aktienmärkte zudem unterstützend. Aktuell liegt die erwartete Aktiensensitivität mit rund 48 Prozent weiterhin im ausgewogenen Bereich, der einen signifikanten Grad an Konvexität erwarten lässt.

Die Perspektiven am Geldmarkt sind für Investoren unattraktiv.

Unsere Positionierung

Positionierung 24. Oktober 2017
Stand: 24. Oktober 2017
  1. 1 Erläuterung: Zur Festlegung der Anlagestrategie wird zunächst das Marktumfeld genau analysiert. Das Ergebnis schlägt sich in einer Risikoeinschätzung nieder. Dazu formuliert das Union Investment Committee eine Risk-on- / Risk-off-Entscheidung in fünf Stufen (1, 2, 3, 4, 5). Diese ist wie folgt zu interpretieren: Eine „5“ steht für eine hohe Risikoneigung, eine „1“ für einen weitgehenden Rückzug aus Risikoanlagen.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen:
24. Oktober 2017, soweit nicht anders angegeben.