Risikoausrichtung nun moderat offensiv, RoRo-Meter auf 4

RoRo-Meter auf 4

Das Union Investment Committee (UIC) hat beschlossen, die Risikoausrichtung auf eine moderat offensive Ausrichtung anzuheben (RoRo-Meter Stufe 4). Im UIC-Portfolio wird die Übergewichtung im Bereich der Industrieländer-Aktien um 2,5 Prozentpunkte ausgebaut. Daneben wird im Bereich der Industriemetalle eine aktive Übergewichtung von einem Prozentpunkt eingenommen. Finanziert werden beide Schritte durch einen Abbau der Kasseposition sowie einer leicht stärkeren Untergewichtung im Bereich der Euro-Core-Staatsanleihen.

Die Kapitalmärkte hatten in den letzten Wochen mit deutlichen Kursverlusten auf die aufkommenden Konjunktursorgen reagiert. Das UIC hat die leichte Gegenbewegung der vergangenen Tage deshalb für ein außerordentliches Treffen zum Anlass genommen, um die wesentlichen Umfeldfaktoren neu zu sortieren.

Märkte überverkauft, Gegenbewegung wahrscheinlich

Mit der aufkommenden Risikoaversion hat sich der überwiegende Teil der Marktteilnehmer defensiver positioniert. Nicht nur quantitative, sondern auch diskretionäre Investoren sind aktuell für das Szenario einer sich eintrübenden Konjunktur und rückläufiger Gewinne positioniert. Die Märkte sind im Ergebnis stark überverkauft. Kaufsignale – sei es aus konjunktureller oder politischer Sicht – könnten deshalb zu einer Gegenbewegung führen.

Angesichts der voranschreitenden Berichtssaison zeichnet sich ab, dass die Gewinnsorgen vieler Investoren zwar nicht unberechtigt, gleichermaßen aber überzogen waren. Nachdem knapp 75 Prozent der US-Unternehmen ihre Bücher geöffnet haben, stellt sich die Lage in den USA – zumindest mit Blick auf die Gewinnentwicklung – sogar überdurchschnittlich gut dar (Beat-Miss-Ratio bei 82 Prozent). Bereits eine leichte Verbesserung der Marktstimmung dürfte auch hier zu einer Gegenbewegung führen – zumal die mit dem nahenden Ende der Berichtssaison wieder verstärkt einsetzenden Aktienrückkäufe der Unternehmen zusätzlich stützen dürften.

Erste Entspannungssignale im Handelskonflikt

Auch mit Blick auf den Handelsstreit zwischen den USA und China gibt es Zeichen einer Entspannung. Nach einem Telefonat mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping hat US-Präsident Trump Medienberichten zufolge sein Kabinett angewiesen, einen Vertragsentwurf für eine mögliche Handelskooperation zwischen China und den USA zu entwerfen. Auf Twitter bezeichnete der Präsident das Telefonat mit seinem chinesischen Amtskollegen als „long and very good“. Nachdem die Märkte zuletzt – auch angesichts der unmittelbar bevorstehenden Midterm Elections in den USA – eher von einer weiteren Eskalation denn von einer Annäherung ausgegangen waren, führten die Nachrichten in den vergangenen Stunden zu einer deutlichen Rally bei Risikoassets mit hohem China-Exposure. Noch kann zwar von keiner „Lösung“ der Handelsstreitigkeiten gesprochen werden. Klar ist aber: Sollte sich mit dem Näherrücken des offiziellen Austauschs zwischen Xi und Trump am 20. November (im Vorfeld des G20-Treffens am 30. November in Argentinien) ein Durchbruch in den Verhandlungen abzeichnen, wäre das ein Fingerzeig für die Märkte.

Die – wenn auch bislang nur schwachen – Entspannungssignale im Handelskonflikt nimmt das UIC auch zum Anlass für eine aktive Positionierung im Bereich der Industriemetalle. Das Marktsegment weist solide Fundamentaldaten auf: Die meisten Metalle befinden sich in einem Marktdefizit, die Lagerbestände sinken, einzelne Indikatoren deuten bereits jetzt auf eine Knappheit hin. Die verabschiedeten Stimulusmaßnahmen in China, die nach und nach ihre Wirkung entfalten, sowie die politischen Entspannungszeichen dürften perspektivisch zu einer verbesserten Wachstumsdynamik in den Emerging Markets und zu einer aufwärts gerichteten Preisreaktion bei Industriemetallen führen.

Unsere Positionierung

Positionierung 02. November 2018
Stand: 02. November 2018

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02. November 2018, soweit nicht anders angegeben.

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