Alternative Investments im Einklang mit ESG und SDGs

Alternative Investments im Einklang mit ESG und SDGs

Die Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien ist bei Aktien und Anleihen allgemein gut etabliert. Doch wie sieht die Lage bei alternativen Investments (AI) aus? Wir werfen einen Blick auf zwei neue AI-Fonds von Union Investment.

Mirko Häring, fachlicher Leiter Alternative Investment-Produkte

 

 

Ein Beitrag von Mirko Häring, fachlicher Leiter Alternative Investment-Produkte

Kurz gefasst

Die Beachtung von ESG-Kriterien ist bei den alternativen Investments noch längst kein Standard. Allzu oft bestehen in dieser Anlageklasse noch Unsicherheiten hinsichtlich der Messung und des Zugangs zu verlässlichen Daten. Der Druck, in diesem Fall Lösungen zu finden, ist allerdings mit dem EU-Aktionsplan Sustainable Finance gestiegen. In diesem Zusammenhang wird voraussichtlich im kommenden Jahr mit der EU-Taxonomie ein Standard eingeführt, der für praktisch alle Anlageklassen gilt und helfen soll, einen verbindlichen Nachhaltigkeitsnachweis zu erbringen. Für institutionelle Investoren ist dies kein „Kann“, sondern ein „Muss“, das über diverse Richtlinien unter anderem in der Offenlegung (SFDR) sowie im Rahmen der OGAW und der AIFMD nachgehalten wird.

Nicht in jedem Bereich der alternativen Investments sind die Nachhaltigkeitsaspekte physisch so offensichtlich wie bei Infrastrukturinvestments. So können Investitionen in das Wasserressourcenmanagement, in erneuerbare Energien oder in Infrastrukturen für neue Mobilitätskonzepte einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Wirtschaft leisten. In diesem Bereich kommt optimierend hinzu, dass sich der Ansatz in der Infrastrukturplanung aufgrund des Kampfes gegen den Klimawandel zunehmend verändert. Immer öfter lautet bei neuen Projekten das Ziel, möglichst kohlenstoffarme, klimaresistente und nachhaltige Projekte in großem Maßstab zu bauen. „Im Ergebnis können sich Investoren damit am nachhaltigen Umbau der Wirtschaft beteiligen und gleichzeitig deren Früchte ernten“, sagt Klaus Bollmann, Geschäftsführer Produktmanagement, Mandanten- und Vertriebsservice bei Union Investment Institutional.

Klaus Bollmann

Klaus Bollmann, Geschäftsführer Produktmanagement, Mandanten- und Vertriebsservice bei Union Investment Institutional

Partnerschaften erleichtern ESG-Integration

Aber wie andere alternative Investments ist auch Infrastruktur eine komplexe Anlage – im Aufbau und in der Administration. Und auch hier ist trotz der geschilderten guten Voraussetzungen die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in den Fonds von der Konstruktion über die Strukturierung bis hin zu den Dienstleistungen wie Administration und Reporting keineswegs trivial. Kooperationen mit erfahrenen Partnern sind nicht nur für den ESG-Nachweis essenziell.

So ist Union Investment für UniInstitutional Sachwerte SCS SICAV-SIF Infrastruktur-Invest 2 eine bewährte Partnerschaft eingegangen: Mit dem auf alternative Investments spezialisierten Investmenthaus Mercer Alternatives AG hat Union Investment bereits den Vorgängerfonds im Bereich Infrastruktur zusammen aufgelegt. Mercer Alternatives AG übernimmt als globaler Spezialist für alternative Anlagen bei dem neuen Fonds das Research, die Due Diligence und die Portfoliokonstruktion. „Dabei sind die ESG-Kriterien vollständig in den Anlageprozess integriert“, hält Klaus Bollmann fest. Dafür sorgen auch die ESG-Ratings von Mercer, die seit 2010 durch das globale Investmentteam von Mercer als Teil des Standard-Investmentprozesses für jede Strategie vorgenommen werden. Mercer hat dabei ein System von vier ESG-Ratings entwickelt. Diese reichen von ESG 1 (dem höchsten Rating) bis zu ESG 4 (dem niedrigsten Rating).

ESG ist vollständig in unseren Anlageprozess integriert

Mercers ESG-Ratings werden seit 2010 durch das globale Investmentteam von Mercer als Teil des Standard-Investmentprozesses für jede Strategie vorgenommen.

Mercer vergibt eines der vier Ratings:

ESG ist vollständig in unseren Anlageprozess integriert

Damit eine Strategie ein ESG-1-Rating erhält, muss das Investmentteam marktführende Fähigkeiten bei der Integration von ESG-Faktoren und eine aktive Beteiligung an einigen oder allen der vier Faktoren nachgewiesen haben. Eine ESG-4-Strategie integriert nur wenige oder gar keine ESG-Faktoren oder aktives Eigentum in die Kernprozesse. Der Fonds fokussiert sich auf Zielinvestments mit ESG-Ratings 1 und 2; er wird keine Investments in der Kategorie 4 tätigen.

Private Equity: Mit SDGs zu ESG

Bei anderen alternativen Investments müssen andere Methoden angewendet werden, um die ESG-Kriterien zu prüfen. So etwa bei Private-Equity-Investments. Hier können Positiv- und Ausschlusskriterien bei der Selektion der Zielunternehmen helfen. Doch wie genau sind ESG-Risiken auf Manager-, Portfolio- und Asset-Ebene beim Monitoring zu erfassen und zu verarbeiten? Welche Bedeutung haben sie für das Reporting? Und wie lässt sich der ökologische und soziale Impact eines Private-Equity-Unternehmens festhalten? Schwierige Fragen, die erneut zeigen, dass alternative Investments eine Spezialdisziplin sind, die auch in Sachen ESG eine tiefgreifende Expertise erfordern.

Im Bereich Private Equity arbeitet Union Investment seit Langem mit dem spezialisierten Schweizer Asset Manager Unigestion zusammen – so auch bei dem für Ende 2021 geplanten Private Equity SCS SICAV-SIF PE-Unternehmer Deutschland. Damit setzen beide Häuser ihre 2005 gestartete Serie von Private-Equity-Fonds für institutionelle Investoren fort. Unigestion bringt im Rahmen der Kooperation seinen Marktzugang, das Know-how bei der Auswahl von Private-Equity-Fonds und die Sekundärmarkt- und Direktinvestitionsexpertise ein. Darüber hinaus wird durch Unigestion auch die Berücksichtigung der ESG-Kriterien in alle Anlageentscheidungsprozesse integriert.

  
UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung

Ziele für nachhaltige Entwicklung
Diese 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung hat die Weltgemeinschaft 2015 als Teil der Agenda 2030 beschlossen.

 

„Wir richten die Anlagethemen, die unsere Investitionsentscheidungen leiten, an den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung aus“, sagt Dr. Ralf Gleisberg, Partner bei Unigestion. Die Sustainable Development Goals (SDGs) wurden 2015 von allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen definiert und gliedern sich in 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die die Weltgemeinschaft bis zum Jahr 2030 erreichen will. „Die SDG-Ziele haben sich im Anlagebereich zu einer Art Benchmark für messbare und investierbare Ziele im Bereich der Nachhaltigkeit entwickelt“, erläutert Klaus Bollmann. „Gleichzeitig beinhalten diese auch die ESG-Faktoren, um zugleich ökonomische, ökologische und soziale Aspekte abzudecken.“

Für Unigestion lautet der Maßstab für Private-Equity-Beteiligungen, dass jedes Investment mindestens eines der 17 SDG-Ziele positiv unterstützt. Auch bei den Ausschlusskriterien wird der UN-Standard in Form der UN-Prinzipien für verantwortungsbewusstes Investieren (UN PRI) angewandt. Dieser 2006 gegründeten Investoreninitiative der Vereinten Nationen haben sich inzwischen weltweit mehr als 1.200 Unterzeichner mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 80 Billionen US-Dollar angeschlossen.

Insgesamt wird bei Private Equity SCS SICAV-SIF PE-Unternehmer Deutschland eine vollständige ESG-Risikobewertung durch die Private-Equity-Manager von Unigestion durchgeführt. Dabei arbeiten sie aktiv mit dem Management der Zielunternehmen zusammen, um auch mit Blick auf die Zukunft positive nachhaltige Veränderungen voranzutreiben.

Chancen und Risiken

Ausführliche produktspezifische Informationen und Hinweise zu Chancen und Risiken der Fonds UniInstitutional Sachwerte SCS SICAV-SIF Infrastruktur-Invest 2 und Private Equity SCS SICAV-SIF PE-Unternehmer Deutschland entnehmen Sie bitte den jeweils aktuellen Verkaufsprospekten, den Anlagebedingungen, den wesentlichen Anlegerinformationen sowie den Jahres- und Halbjahresberichten, die Sie von Ihrem Kundenbetreuer erhalten. Diese Dokumente bilden die allein verbindliche Grundlage für den Erwerb.

Stand aller Informationen, Erläuterungen und Darstellungen:
22. Oktober 2021, soweit nicht anders angegeben.

Mehr zum Thema

Alternative Investments

Ein wichtiger Bestandteil der Kapitalanlage für institutionelle Investoren. Einführung in die Anlageklasse.

Lesen Sie weiter

Illiquiditäts- und Risikoprämien versus Ertragsdilemma

Illiquiditäts- und Risikoprämien versus Ertragsdilemma

In Zeiten niedriger und negativer Zinsen sowie enger Risikobudgets gewinnen unter den alternativen Investments insbesondere die illiquiden wie Immobilien, Infrastruktur und Private Debt an Bedeutung. Was zeichnet diese Anlageklassen aus, und wie lassen sich die mit ihnen verbundenen Risiken steuern?

Damit wird zu rechnen sein

Damit wird zu rechnen sein

Von Hidden Champions bis hin zu Rechenzentren: Immer mehr institutionelle Anleger setzen als Beimischung für ihre Portfolios auf Private Equity und Infrastruktur. Für diese beiden alternativen Investmentthemen hat Union Investment zwei neue Fonds aufgelegt.

Bankenspezial-Startseite

Bankenspezial-Startseite

Fakten, Themen, Hintergründe für die Eigenanlage. Alle Beiträge des Onlinemagazins auf einen Blick.