Risikomanagement - News

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02.09.2010 Fachbeitrag: Makroökonomische und regulatorische Faktoren der Krise

War die Finanzmarktkrise ein zyklisches Ereignis, das in einem bestimmten Zeitraum wiederkehren kann? Oder war sie ein Resultat zu lockerer Kontrollen und falscher Regularien? Oder eine Kombination mehrerer Faktoren? Wer trägt Schuld an der Krise? Miles Binney (Warwick University, Coventry, UK) beschreibt in seinem Beitrag in der "International Corporate Rescue" makroökonomische und regulatorische Faktoren, die für die Krise verantwortlich sind. Zudem schätzt Binney die Wichtigkeit der verschiedenen Faktoren ein.

31.08.2010 Arbeitspapier: Den richtigen Datensätzen auf der Spur

Das Risikomanagement hat die Aufgabe, Risikofaktoren möglichst genau vorherzusagen. Doch über die Frage, welche Modelle sich hierfür eignen, herrscht zwischen den Experten Uneinigkeit - selbst eine minimal unterschiedliche Handhabung von Modellen zur Risikoberechnung kann bereits zu großen Unterschieden im Ergebnis führen. Eine der gebräuchlichsten Kennzahlen zur Ermittlung systematischer Risiken ist der sogenannte Betafaktor. Jonathan J. Reeves (Universität New South Wales) und Haifeng Wu (Australian School of Business) untersuchen in ihrem Arbeitspapier, was bei der Berechnung des Betas zu möglichst genauen Ergebnissen führt. Eignet sich eher eine große und langfristig erhobene Zahl an Datensätzen, oder sind es viel mehr ausgewählte Datensätze, die über eine kürzere Zeitspanne erhoben wurden?

26.08.2010 Arbeitspapier: Ursachenforschung jenseits des Bankensektors

Als Hauptverursacher der jüngsten Finanzmarktkrise gilt gemeinhin der Bankensektor. Die Schaffung toxischer Wertpapiere (MBS, CDOs und ABS) und die Weitergabe der Kreditrisiken an andere institutionelle Investoren führten letztlich in die große Krise. Alberto Manconi, Massimo Massa (beide INSEAD, Frankreich) und Ayako Yasuda (University of California) betrachten in ihrer Forschungsarbeit, wie die durch die toxischen Papiere "vergifteten" institutionellen Investoren jenseits des Bankensektors vor der Krise agierten, insbesondere Fonds- und Versicherungsgesellschaften, welche den Großteil der gebündelten Kreditrisikopapiere übernahmen. Hat ihre Portfolioauswahl gar die Wirkung der Krise auf die Wirtschaft verschärft?

24.08.2010 Fachbeitrag: Aktuelle Anforderungen an das Risikomanagement

Von früheren Finanzkrisen unterscheidet sich die jüngste Finanzkrise auf den ersten Blick im Kern wenig. Niedrige Realzinsen und Finanzinnovationen führten zu Spekulationen an den Aktien- und Immobilienmärkten - bis zum Platzen der Blase. Dr. Werner Gleißner, Lehrbeauftragter an den Universitäten Dresden, Hohenheim und Stuttgart sowie an der European Business School, erklärt in einem Fachbeitrag, warum sich die vergangene Krise dennoch in wichtigen Punkten von vorherigen Krisen unterscheidet. Zudem arbeitet der Wissenschaftler die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen für das Risikomanagement heraus.

19.08.2010 Im Fokus: Nouriel Roubini

Der US-Nationalökonom Nouriel Roubini zählt zu den gefragtesten Wirtschaftsexperten der Welt. Er gehört zu den großen Mahnern vor immer neuen Risiken und Krisen in der globalisierten Wirtschaftswelt. So sagte der Ökonomieprofessor der New York University exakt und sehr frühzeitig die jüngste globale Finanzkrise voraus. Auch aktuell wird Roubini nicht müde vor einer zu positiven Einschätzung der Lage an den Finanzmärkten zu warnen. Lesen Sie den vollständigen InvestmentProfessionell-Beitrag begleitend zum aktuellen Porträt im RisikomanagementTV.

16.08.2010 Arbeitspapier: Risiken von Gesetzesänderungen

Die Arbeit von Risikomanagern zwischen Risiken und Returns wird auch von rechtlichen Maßgaben bestimmt. Diese Regularien allerdings unterliegen einem beständigen Wandel - erst recht seit der Finanzmarktkrise. So stellt sich die Frage: Wie weit können Risikomanager die Gefahren einschätzen, dass sich Bestimmungen am Finanzmarkt zu ihrem Nachteil entwickeln? Shabnam Mousavi und Hersh Shefrin (Santa Clara University) erarbeiten in ihrem Arbeitspapier ein Modell, mit dem Risikomanager zukünftige Gesetzesveränderungen einfacher vorhersagen können. Das Modell basiert auf den Reaktionen der US-amerikanischen Finanzbehörden auf die globale Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009.

12.08.2010 Arbeitspapier: Junge Risikomanager gesucht

Der demografische Wandel macht auch vor den Finanzmärkten nicht halt. Menschen werden immer älter; sie arbeiten über einen größeren Zeitraum in ihrem Leben. Und so steigt auch das Durchschnittsalter der Fondsmanager. Doch welche Auswirkungen hat das Alter auf Finanzentscheidungen? Entscheiden ältere Investoren anders als jüngere Entscheidungsträger? Können sie besser aus ihrem Erfahrungsschatz schöpfen, oder sind junge Fondsmanager flexibler bei der Entscheidungsfindung? Gregory R. Samanez-Larkin, Daniel J. Yoo, Brian Knutson (alle Stanford University) und Camelia M. Kuhnen (Northwestern University) gehen dieser Frage in ihrem Arbeitspapier nach.

09.08.2010 Fachbeitrag: Shortfall-Risiko als Risikoindikator

Das Risiko, dass Investoren mit ihrer Anlage eine Periodenrendite erzielen, die unterhalb einer bestimmten Mindestrendite liegt, wird als Shortfall-Risiko bezeichnet. In ihrem Beitrag im Journal of Performance Measurement (Frühjahr 2010) zeigen Indrajit Mitra (Massachusetts Institute of Technology) sowie Lisa Goldberg, Jose Menchero und Michael Hayes (alle MSCI Barra), wie man Analysen der Volatilität zur Messung des Shortfall-Risikos nutzen kann. Die vier Wissenschaftler sind überzeugt, dass die Ergebnisse der Shortfall-Analyse ein wichtiger Risikoindikator sein können.

05.08.2010 Studie: Psychologie und Verhalten an den Märkten

Robert J. Shillers Erfolgsbuch "Animal Spirits" hat zuletzt wieder thematisiert, dass die Teilnehmer an den Finanzmärkten keineswegs immer rational reagieren. Die Forschungsrichtung Behavorial Finance beschäftigt sich mit der Psychologie und dem Verhalten der Anleger. Hersh Shefrin (Santa Clara University) veröffentlichte nun eine umfangreiche Sammlung, in der er zahlreiche Arbeiten zum Thema Behavorial Finance zusammenfasst. Dabei wird der aktuelle Wissensstand zu Bereichen wie Portfolioauswahl, Asset Pricing, Corporate Finance oder Marktregulierung wiedergegeben. Zusätzlich gibt ein 26 Seiten langes (!) Literaturverzeichnis einen umfassenden Überblick über aktuelle Forschungsarbeiten aus diesem immer mehr an Bedeutung gewinnenden Forschungsgebiet.

02.08.2010 Arbeitspapier: Die Zukunft des Rohstoffmarkts

Zwischen 2006 und 2008 verzeichneten die Rohstoffmärkte einen der längsten und intensivsten Preisbooms der Nachkriegsgeschichte. Die Rohölpreise steigerten sich innerhalb eines Jahres um 94 Prozent; der Preis für Reis verdoppelte sich gar innerhalb von fünf Monaten. Mit den steigenden Preisen wuchs auch das Interesse von Investoren an den Rohstoffmärkten. Doch mit der Finanzmarktkrise folgte für viele Rohstoffe dann ein dramatischer Preisverfall. Rohstoffe bergen hohe Chancen und mindestens ebenso hohe Risiken, die eine wissenschaftliche Untersuchung von John Baffes (World Bank) und Tassos Haniotis beleuchtet. Beide Autoren ermittelten zunächst die Schlüsselfaktoren des Booms an den Rohstoffmärkten. Um zukünftige Entwicklungen besser einzuschätzen, verglichen Baffes und Haniotis den Preisanstieg und die Gründe für den Preisanstieg der Jahre 2006 bis 2008 mit früheren Hochphasen und der derzeitigen Situation an den Rohstoffmärkten.

29.07.2010 Studie: Erhöhte Ausfallrisiken bei Banken

Die Sorge um die Solvenz einiger EU-Staaten und die damit in Verbindung stehende Euro-Schwäche haben in den vergangenen sechs Monaten die Credit Default Swaps (CDS)-Werte der am deutschen Markt agierenden Banken in die Höhe getrieben. Das ist eines der Ergebnisse der aktuellen Studie "Strukturierte Anlagezertifikate - 1. Halbjahr 2010" der Rating-Agentur Scope Analysis. Ziel der Studie ist es, das Geschäftsklima, neue Produkttrends und die besten Anbieter im Markt zu ermitteln. Für die erhöhten Ausfallrisiken verantwortlich sind Staatspapiere gefährdeter europäischer Länder wie Griechenland, die in hohem Maße in den Anleiheportfolios von Banken vertreten sind. Daraus ergibt sich der Eindruck eines erheblichen Abschreibungspotenzials in den Bankbilanzen. Die CDS-Betrachtung wird als Frühindikator für sich zuspitzenden Risiken gesehen, welche herkömmliche Credit Ratings noch nicht anzeigen.

22.07.2010 Im Fokus: Finanzblasen zuverlässig vorhersagen

Kann man Finanzblasen vorhersagen, bevor sie platzen? Und kann man den Zeitpunkt, wann eine Blase platzt, eingrenzen? Mit diesen beiden Fragen beschäftigt sich Professor Didier Sornette, Professor für unternehmerische Risiken an der ETH Zürich. Gemeinsam mit seinem Team vom Financial Crisis Observatory (FCO) startete der Wissenschaftler das Financial Bubble Experiment (FBE) und sagte für vier ausgewählte Finanztitel voraus, dass sie innerhalb eines halben Jahres Blasen bilden würden. Für seine Vorhersagen verwendet das Team um Sornette einen Methodenmix aus Ökonomie, Physik und Mathematik. Die Ergebnisse seines Experiments diskutiert der Wissenschaftler auf der Homepage der ETH Zürich.

20.07.2010 Kommentar: Gemeinsam gegen die Flaute

Seitdem Nouriel Roubini, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität New York, lange vor dem Platzen der US-Immobilienblase die jüngste internationale Finanzmarktkrise exakt vorhersagte, stoßen seine Auftritte auf große mediale Beachtung. Doch der US-Ökonom polarisiert. Manche Kritiker stempeln seine Prognosen als zu schwarzseherisch ab. Seine Bewunderer feiern ihn dagegen wie einen Propheten. In einem Kommentar für Financial Times Deutschland zeichnet Nouriel Roubini gemeinsam mit Ian Bremmer (Präsident der Denkfabrik Eurasia Group) erneut ein düsteres Szenario für die Weltwirtschaft. Nur wenn die großen Volkswirtschaften zusammenarbeiteten, ließe sich ein Rückfall in die Rezession verhindern, lautet die zentrale These von Roubini und Bremmer.

16.07.2010 Arbeitspapier: Bankenwettbewerb und Bankenrisiko

Tiefgreifende Verwerfungen im US-amerikanischen und europäischen Bankensektor und weiterhin vorhandene Gefahren im Finanzsystem haben viele Investoren misstrauisch gestimmt. Eine Quelle für neue Risiken kann auch der Wettbewerb unter den Banken sein, nämlich dann, wenn Marktteilnehmer im Bestreben, Neugeschäft zu generieren, marktunübliche Großhandelskonditionen einräumen. Ben R. Craig (Federal Reserve Bank of Cleveland) und Valeriya Dinger (Universität Bonn) untersuchen die Verbindung zwischen Bankenwettbewerb und Bankenrisiko empirisch, anhand einer Auswahl von 589 US-Banken.

14.07.2010 Arbeitspapier: Bonität durch Wettbewerb

"Konkurrenz belebt das Geschäft" heißt das geflügelte Wort, und manche Experten sind inzwischen auch überzeugt, dass Wettbewerb die Stabilität von Banken fördern kann. Denn Wettbewerb, so die These, führe notwendigerweise auch zu einer Effizienzsteigerung bei den Beteiligten. Klaus Schaeck (Bangor Business School, Universität Wales) und Martin Cihák (International Monetary Fund) untersuchen in ihrem Arbeitspapier, inwieweit diese These zutrifft und ob Wettbewerb sogar zu einer höheren Bonität bei Banken führt. Mit Hilfe des Boone-Indikators - einem Modell zur Messung des Wettbewerbs - untersuchen Schaeck und Cihák diesen Zusammenhang für Banken in den USA und in Europa.

08.07.2010 Arbeitspapier: Wie effektiv misst die Absorption Rate?

Infolge der Finanzkrise besteht ein starkes Interesse an effizienten Werkzeugen zur Messung systemischer Risiken. Aufgrund der hohen Komplexität des Finanzsystems gestaltet sich allerdings die Neuentwicklung geeigneter Messinstrumente schwierig. In diesem Zusammenhang untersuchen Mark Kritzman, Roberto Rigobon (beide Massachusetts Institute of Technology), Yuanzhen Li (Windham Capital Management) und Sebastian Page (State Street Associates), wie geeignet die Absorption Rate als Werkzeug zur Risikomessung ist. Mit ihr lässt sich die Abhängigkeit von Märkten messen. Dieser Indikator ist besonders wichtig, weil in stark voneinander abhängigen Märkten das systemische Risiko besonders hoch ist.

06.07.2010 Arbeitspapier: Kreditausfallrisiken bei institutionellen Investoren

In einem aktuellen Arbeitspapier des International Monitary Funds untersuchen Inci Ötker-Robe und Jiri Podpiera die wichtigsten Faktoren von Kreditausfall-Swaps (CDS) in der frühen Phase der Finanzmarktkrise bei unterschiedlichen institutionellen Großinvestoren in Europa. Dabei haben die Autoren Daten von 29 Unternehmen über die Jahre 2004 bis 2008 ausgewertet. Die Zusammenhänge zwischen den marktbestimmenden Faktoren und den CDS-Spreads der Investoren zeigen die Verletzbarkeit institutioneller Investoren und helfen Risiken besser einzuschätzen.

01.07.2010 Interview: Die Grenzen mathematischer Modelle

Sergio Focardi, Professor an der EDHEC Business School in Nizza, hat sich eingehend mit der Rolle mathematischer Modelle und ihrem Scheitern bei der Vorhersage der Finanzmarktkrise beschäftigt. Darüber und über sein neues Buch "Quantitative Equity Investing: Techniques and Strategies" spricht er in einem Interview auf der Website des EDHEC-Risk Institutes.

01.07.2010 Arbeitspapier: Risiken im Niedrigzinsumfeld

Das aktuelle Niedrigzinsumfeld ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist günstiges Geld ein Konjunkturmotor. Andererseits besteht in einem Niedrigzinsumfeld eher die Tendenz zur Verschuldung von Firmen und Institutionen, das wiederum fördert entsprechende Kreditrisiken. Der Wirtschaftswissenschaftler Tetsuya Yamada hat zu diesem Thema für das Institute for Monetary and Economic Studies der japanischen Zentralbank ein Arbeitspapier verfasst.

24.06.2010 Fachbeitrag: Wie gelingt die Sanierung von Kriseninstituten?

Wenn gut vernetzte Finanzinstitute in finanzielle Schwierigkeiten geraten, erhöhen sie die Risiken für das gesamte Umfeld. Instrumente zum Umgang mit "systemwichtigen" Banken scheinen bisher nur unzureichend entwickelt zu sein. Nicht zuletzt die Finanzkrise hat gezeigt, wie wichtig Mechanismen zur Restrukturierung oder zur Sanierung von Finanzinstituten in finanzieller Schieflage sind, um das systemische Risiko einzugrenzen. In einem Fachbeitrag beschäftigt sich Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsfu?hrender Vorstand des Bundesverbandes deutscher Banken, mit Möglichkeiten, dieses systemische Risiko zu minimieren.

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