Für die Risikomanagement-News werden regelmäßig aktuelle Studienergebnisse ausgewertet, die auf der US-Wissenschaftsplattform „Social Science Research Network“ (SSRN) eingestellt sind. Um die kompletten Studien als Download einzusehen, ist eine unverbindliche und kostenlose Anmeldung auf www.ssrn.com erforderlich.
Risikomanagement-News
| Studie: Aus der Krise zu neuem Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit Die US-Wirtschaft befindet sich in einem tief greifenden und teilweise zähen Entschuldungsprozess, der auch eine Folge der weltwirtschaftlichen Verhältnisse ist. Die globale Produktivität hat über mehrere Dekaden die Aufnahmefähigkeit der Märkte überholt, und dieser Trend wird sich auch in den kommenden Jahren nicht umkehren, so die These von Nouriel Roubini (Leonard N. Stern School of Business), Daniel Alpert und Robert C. Hockett (Cornell University ? School of Law). Um eine langjährige Stagnation wie in Japan für die USA und wahrscheinlich auch weltweit zu verhindern, müssen die Vereinigten Staaten zwei Übel beheben: die private Verschuldung und das Außenhandelsungleichgewicht. Roubini, der im kommenden November als Gastredner der 7. Risikomanagement-Konferenz von Union Investment auftreten wird, beschreibt detailliert in der Studie ein mögliches wirtschaftliches Erholungsprogramm. Das Programm sollte seiner Ansicht nach vor allem auf drei Säulen basieren. Erstens sei ein robuster öffentlicher Infrastruktur-Investitionsplan notwendig, um durch Ausgabenkürzungen bedingte Kaufkraftausfälle auszugleichen. Zweitens werde ein umfassender Restrukturierungsplan für die privaten Hypothekenschulden gebraucht, inklusive Hilfen für Überbrückungskredite, Schuldenabbau und Mietkauf-Komponenten. Und drittens müssten mittel- und langfristige steuerliche und währungspolitische Reformen eingeführt werden, um Handelsüberschüsse in Nachfrageimpulse zu verwandeln. Damit könnte ein Rückfall in Ungleichgewichte, die den internationalen Handel über die vergangenen Dekaden bestimmten, verhindert werden. |
03.02.2012 | |
| Studie: Bestandsaufnahme der systemischen Risikoanalyse Eine jüngst erschienene Studie von Professor Andrew Lo, Stavros Valavanis und Dimitrios Bisias (alle Sloan School of Management, Massachusetts Institute of Technology) sowie von Mark D. Flood (Office of Financial Research, Washington) liefert einen Überblick über 31 verschiedene quantitative Prüfansätze von systemischen Risiken in der Wirtschafts- und Finanzliteratur. Die Autoren untersuchten die unterschiedlichen Modelle aus der Perspektive des Aufsichtsrechts, des Researchs und der Datenerfassung und leiten daraus jeweils eine Empfehlung für die einzelnen Möglichkeiten der Risikomessung ab. Damit ein breiteres Publikum die Modelle berechnen und testen kann, stellen die Autoren über die Website des Office of Financial Research die meisten untersuchten Prüfansätze mit einem Open Source Matlab Code bereit. |
30.01.2012 | |
| Studie: Zugang zu Kapital während der Finanzkrise Während der jüngsten Finanzkrise hatten die verminderten Bankkredite weniger schwerwiegende Folgen für Unternehmen, als man bisher allgemein annahm. Viel schwieriger sei es dagegen für Firmen gewesen, sich in dieser Zeit mit Fremdkapital zu finanzieren. So die These von Rene M. Stulz (Ohio State University ? Department of Finance) und Kathleen M. Kahle (University of Arizona ? Department of Finance), die die Kreditversorgung von Unternehmen in der Finanzkrise untersuchten. Beide Autoren verglichen dafür US-Daten (Compustat) zur Kreditversorgung und den Kapitalausgaben von fremdfinanzierten Unternehmen mit von Bankkrediten abhängigen Firmen. Der Untersuchungszeitraum beginnt mit der Kreditkrise im Herbst 2007 und endet im Frühjahr 2009. |
27.01.2012 | |
| Studie: Blick auf die 50 größten globalen Risiken Der aktuelle Bericht "Global Risks 2012" des World Economic Forum in Davos verdeutlicht erneut die weltweite Anfälligkeit der Volkswirtschaften gegenüber weiteren Wirtschaftsturbulenzen und sozialen Problemen. Die daraus erwachsenden Risiken stellen eine Bedrohung für viele mit der Globalisierung verbundene Fortschritte dar. Am wahrscheinlichsten hält der Risikobericht nach Auswertung der 50 größten globalen Risiken, dass innerhalb der kommenden zehn Jahre die Schieflage der Staatshaushalte zu einem Dauerzustand wird und dass massive Einkommensunterschiede zunehmen werden. Beide Risiken werden laut dem Bericht die größten Auswirkungen für die Weltwirtschaft haben. Sie werden Tendenzen wie Nationalismus, Populismus und Protektionismus zusätzlichen Nährboden bieten. Dabei fallen beide Risiken in eine Zeit, in der die Welt auch besonders anfällig für Nahrungs- und Wasserknappheit sowie für Krisen im Finanzsystem ist. Der Bericht gibt einen breiten Überblick über die Herausforderungen, mit denen sich das Risikomanagement in den kommenden Jahren und Jahrzehnten beschäftigen muss. Grundlage des Berichts war eine Umfrage unter 469 internationalen Experten und Wirtschaftsführern. |
23.01.2012 | |
| Studie: Pensions Management wird risikobewusster Die starke Volatilität der Kapitalmärkte zeigt deutliche Folgen für das Pensions Management. Die großen deutschen Unternehmen zeigen sich im Vergleich zu 2010 bei ihrem Pensions Management noch "deutlicher risikobewusst". So lautet die Kernaussage einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Towers Watson. Den Studienautoren zufolge sichern sich die Firmen verstärkt gegen Zins-, Inflations- und Währungsrisiken ab. Neben dynamischen Ansätzen begegneten sie der Kapitalmarktunsicherheit mit "klaren Governance-Strukturen". |
20.01.2012 |

